Burgen und Schlösser in Düsseldorf

Wie die meisten Städte, geht auch das mondäne Düsseldorf auf einfache Anfänge zurück. Auf eine kleinere Ansiedlung, die erst allmählich zur Stadt und schließlich zur Metropole von Weltruhm „gereift“ ist: „1380 erhielten die Grafen von Berg die Herzogswürde und machten Düsseldorf zu ihrer Residenzstadt“, erklären die Stadthistoriker und wissen, dass dabei auf dem heutigen Burgplatz eine standesgemäße Burg entstand, die dann später, im 15. Jahrhundert, zu einem mächtigen Schloss erweitert und ausgebaut wurde.


Tatsächlich glänzt Düsseldorf mit einer ganzen Reihe von Burgen und Schlössern und kann diese historische und wehrhafte Vergangenheit der Modemetropole in zahlreichen Führungen, darunter in einer zweitägigen Schlösser-Tour, erlebt werden.

Von der Burg zum Postkartenmotiv

Doch was ist aus dem eingangs erwähnten Gebäude geworden, das quasi die Keimzelle Düsseldorfs dargestellt? Nun, ein Brand im Jahre 1872 zerstörte die Anlage fast vollständig, bedauert Oberbürgermeister Thomas Geisel: „Nur der alte Flankierturm blieb stehen!“ 
Bis heute ein Wahrzeichen Düsseldorfs, das weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt ist. Schließlich ist der alte Schlossturm ein beliebtes Foto- und Postkartenmotiv. 

Willkommen im Goethe-Museum!

Oben genannte Schlösser-Tour beginnt dann in der City, wo am Rande des Hofgartens Schloss Jägerhof auf eine zwar kurze, dafür jedoch um so spannendere Geschichte zurück blickt. Hier, im heute so urbanen Stadtteil Pempelfort, war die Anlage in den Jahren 1752 bis 1763 für den Kurfürsten Karl Theodor erbaut worden. Auch Schloss Benrath, ein weiteres architektonisches Highlight Düsseldorfs (dazu später mehr), ward einst für den Kurfürsten von der Pfalz und Bayern errichtet und diente Karl Theodor als Jagd- und Sommerresidenz.


In der Tat hat die Baulust Karl Theodors viel zum heutigen Glanz Düsseldorfs beigetragen. Der beauftragte mit Johann Joseph Couven einen bedeutenden Architekten und Bauherren des Barocks mit dem Wiederaufbau von Schloss Jägerhof. Denn hier gab es bereits eine Anlage, die ursprünglich der adeligen Forstverwaltung als Residenz gedient hatte, dann jedoch, bis zur „Wiederbelebung“ durch den Fürsten und seinen Baumeister, ungenutzt leer stand.


Das dabei errichtete Lustschloss diente dann, wie bereits der Name vermuten lässt, als Sitz der obersten Jäger des Fürsten und wurde später durch französische Revolutionstruppen geplündert: „1811 für einen viertägigen Napoleonbesuch wieder zum Leben erweckt, residierten hier im 19. Jahrhundert die Preußen“, weiß die heutige Stadtverwaltung um eine wechselvolle Geschichte. Wie auch um die Zerstörungen, denen die Anlage immer wieder ausgesetzt war. Denn 1943 brannte das Schloss bei einem Bombenangriff aus und wurde erst nach Kriegsende restauriert.

Heute beherbergt Schloss Jägerhof das Goethe-Museum und zeigt damit eine umfassende Sammlung zu Leben und Werk des deutschen Dichterfürsten.

Wo Barbarossa den Fluss überwacht hat

Die Schlösser-Tour zieht dann weiter rheinabwärts, nämlich zur Barbarossa-Pfalz Kaiserswerth. Dabei gibt es gute Gründe dafür, warum Schlösser und Burgen im Mittelalter häufig wie Adlerhorste auf den Berggipfeln oder als Horch- und Spähposten über den Flusstälern erbaut waren. Schließlich war auch jene stattliche Ruine, die Touristen und Tagesgäste heute im Stadtteil Kaiserswerth bestaunen, 1180 durch Kaiser Friedrich I., der den klangvollen Beinamen „Barbarossa“ trug,  als Zoll-Kontrollpunkt sowie zur Überwachung des Schiffverkehrs ausgebaut worden. 


Eingemeindet wurde der Stadtteil, der heute zum 5. Düsseldorfer Bezirk gehört, übrigens im Jahre 1929 und darf auch wegen seiner malerischen Gassen und Häuser aus dem 17. und 18. Jahrhundert auf keinen Fall verpasst werden.

Zudem laden hier idyllische Wanderwege zum Erkunden der Umgebung ein. Eine besonders stilechte Anfahrt zur Kaiserpfalz führe jedoch über den Rhein, erklärt die Düsseldorfer Stadtverwaltung. So bietet die Weiße Flotte Düsseldorf im Sommerhalbjahr Touren zwischen Kaiserswerth und der Düsseldorfer Altstadt an. Touren, bei denen sich die Fahrgäste in längst vergangen geglaubte Zeiten zurückversetzt fühlen. Gerade so wie die Rheinschiffer, die sich dem Bollwerk und Kontrollpunkt vom Wasser her genähert haben und dabei vermutlich vor Ehrfurcht erstarrt sind.

Willkommen in Karl Theodors Lustschloss!

Wie gesagt ebenfalls auf die Baulust Karl Theodors zurückzuführen, ist Schloss Benrath. Ein Bauwerk, im dem der Stadtrat ein beeindruckendes „Gesamtkunstwerk“ sieht, das Architektur und Parklandschaft in einer übergreifenden Gestaltungsidee vereint:
Erbaut worden war das Schloss im gleichnamigen Stadtteil unter Federführung eines lothringischen Baumeisters und Steinmetzsohns. Nicolas de Pigage vereinte dabei Stilelemente aus Barock, Rokoko und Klassizismus und schuf ein Lustschloss, das heute unter Denkmalschutz steht und zu den bedeutendsten Bauwerken Düsseldorfs gezählt wird. 


Ein Ort, der freilich auch für manch` Überraschung gut ist. So darf, ohne Frage, die Führung „Verborgene Räume“ zu den Highlights im Veranstaltungskalender Schloss Benraths gezählt werden. Dabei entdecken und erkunden die Besucher die im Hauptgebäude versteckten, teils verblüffend angeordneten Dienertreppen sowie die vier ehemaligen Gästeappartements. Ein spannender Einblick ins Leben der dienstbaren Geister, die zu Zeiten der Fürsten und Kaiser schier unverzichtbar waren und meist im Stillen und Verborgenen, stets jedoch zum Wohle und zur Behaglichkeit ihrer Herren geschuftet und geputzt haben. Ein Einblick, der das Schloss- und Burgleben einmal von einer anderen Seite beleuchtet und bestimmt auch für Kinder (ab ca. 13 Jahren) sehr interessant ist!?

Düsseldorfs wehrhaftes Umland

Doch auch das rund 30 Kilometer westlich von Düsseldorf gelegene Schloss Dyck gehört mit mehreren Vorburgen und (s) einem englischen Landschaftsgarten zu den bedeutenden Kulturdenkmälern im Rheinland, glauben die Stadthistoriker und machen damit Lust auf einem Besuch in der einst so wehrhaften Wasserburg, die bereits im Jahre 1094 in einer Urkunde des Erzbischofs zu Köln erwähnt wird.

Heute finden hier Dauerausstellungen, etwa zur Gartenkunst des 18. und 19. Jahrhunderts, aber auch Führungen, etwa aus Sicht einer Hofdame, statt. Die empfängt und begrüßt die Besucher, die die Anlage dann gleich einer fürstlichen Delegation begehen. Dabei werden Garderoben damaliger Zeit, aber auch die mittelalterliche Braukunst wieder quicklebendig … denn die Hofdame plaudert aus ihrem Alltag und lässt dabei ein kleines, aber feines Fürstentum wieder auferstehen!

Zurück in Düsseldorf

Zurück in Düsseldorf, sollten auch Schloss Eller und Schloss Garath im gleichnamigen Stadtteil besucht werden. Schließlich soll der Rittersitz Garath bereits im 9. Jahrhundert existiert haben, während der Schlosspark Eller mit seinem Wegenetz und einem großzügigen Kinderspielplatz begeistert. 
Tatsächlich ist das Anwesen, das 1938 durch die Stadt Düsseldorf erworben wurde und seit 1950 öffentlich zugänglich ist, auch für Einheimische ein beliebtes Ausflugsziel: „Wald und Inselpark bilden eine harmonische Einheit“, macht die Verwaltung Lust darauf, tiefer in Düsseldorfs fürstliche Vergangenheit einzutauchen und einmal für einige Stunden in den Kaiserburgen, bei den Hofdamen und deren dienstbaren Geistern zu Gast zu sein.