Museen in Düsseldorf: Mehr als nur der Blick in die Vergangenheit

Düsseldorf gehört zu den facettenreichen Großstädten Deutschlands. Kaum verwunderlich also, wenn sich die Mode-, Kunst- und Kulturmetropole mit Boutiquen, Galerien und Sehenswürdigkeiten schmückt und gleichzeitig eine Vielfalt von Museen präsentiert. Die Reportage stellt einige der interessantesten Locations dieser Art in Düsseldorf vor.  


Wichtige Museen in Düsseldorf


Das Stadtmuseum

In der Carlsstadt und im dortigen Palais Spee befindet sich das Stadtmuseum, das im Jahr 1874 als Historisches Museum gegründet wurde. Damals brachte man allerdings die kostbaren Exponate noch im Hondheimschen Palais unter – Prinz Georg von Preußen galt in der Folgezeit als Protegé des Museums. Im Lauf der Zeit wechselten die Ausstellungsstücke zur Reuterkaserne und dann ins Kunstgewerbemuseum. Nach den Kriegswirren und den Zerstörungen diverser Gebäude verlegte man die Sammlung zunächst in das heutige NRW-Forum, dann nach Schloss Jägerhof. Im Jahr 1963 kamen die kostbaren Ausstellungsstücke in das ehemalige Palais Spee, wo man sie heute noch bewundern kann.

Die außergewöhnliche Sammlung umfasst Stücke aus der Ur- und Frühgeschichte und präsentiert den Lauf der Zeit anhand von Skulpturen, Grafiken, Gemälden und zahlreicher anderer erstaunlicher Werke. Interessant sind die Sammlungen, die etwa das 19. Jahrhundert skizzieren und eine Hommage an Komponisten wie Schumann oder Mendelssohn Bartholdy darstellen. Bestände aus der „Düsseldorfer Malerschule" sind ebenso präsent wie Impressionen aus der „Rheinischen Sezession" oder „Joseph Beuys und Düsseldorf" aus dem 20. und 21. Jahrhundert

Viel Zeit sollte man also mitbringen. Denn das Stadtmuseum möchte Düsseldorf als dynamisches kulturelles, soziales und räumliches Gefüge darstellen und gleichzeitig den Blick der Besucher auf den Facettenreichtum dieser modernen und gleichzeitig historischen Stadt lenken.

Museum für Europäische Gartenkunst

Mit dem Museum für Europäische Gartenkunst bietet die Stiftung Schloss und Park Benrath einen grandiosen Einblick in die europäische Gartenkunst. Dabei ist der Rückblick auf eine etwa 2.500-jährige Historie ebenso interessant wie Skulpturen, Gemälde, Graphiken, Gerätschaften und Bücher, die in mehr als 40 Räumen und auf einer Ausstellungsfläche von etwa 2.000m² gezeigt werden.


Sehr reizvoll ist es, anschließend auch noch die Außenbereiche zu erkunden, zu denen der idyllische Innenhof gehört sowie die Gärten, der Park und natürlich der Schlossweiher. Sie alle bilden den wunderbaren Rahmen, in dem das Museum für Europäische Gartenkunst vortrefflich zur Geltung kommt.


Düsseldorfer Senfladen

In der Berger Straße bereichert eine ganz besondere Location die Museumslandschaft von Düsseldorf. Hier informiert nämlich das Senfmuseum über die mitunter scharfe Kleinigkeit, die den unterschiedlichsten Gerichten die entsprechende Würze verleiht.


Doch neben dem scharfen Löwensenf werden im Senfmuseum auch seine süßen, feinen und farblich unterschiedlichen Pendants vorgestellt. Senfsaaten sind ebenso anschaulich präsentiert wie viel Wissenswertes über jene Paste, die schon vor mehr als 3.000 Jahren etwa in China als Gewürz geschätzt wurde.


Im 4. Jahrhundert v. Chr. erkannten auch die Griechen die Heilwirkung von Senf. Daher wird Senf heute einerseits zum Marinieren, Braten und Kochen verwendet. Andererseits nutzt man ihn, um etwa Beschwerden wie Migräne, Bronchitis oder Arthrose zu lindern. 

Das Schifffahrt-Museum

Was aus einer Idee werden kann, die mit viel Enthusiasmus schließlich realisiert wurde, zeigt das SchifffahrtMuseum, das heute im Schlossturm am Rheinufer seine Besucher empfängt.

Um 1920 dachte sich Heinrich Etterich, der damalige Düsseldorfer Hafenkapitän, dass es doch sicherlich Interessenten gäbe, die eine Ausstellung über Düsseldorf als Handelsplatz und Hafenstadt besuchen würden. Kurzerhand tat er sich mit Dr. Hans Brückner, der zu dieser Zeit das Stadtgeschichtliche Museum leitete, zusammen.


So entstand schließlich eine der ältesten Sammlungen, die die Geschichte der Rheinschifffahrt portraitiert – mit historischen Dokumenten, grafischen Darstellungen und Modellen, die die Besucher in ihren Bann ziehen. Dauerhaft ist heute das Museum im Schlossturm Dreh- und Angelpunkt für die Liebhaber maritimer Exponate.


Museum Kunstpalast

Das Museum Kunstpalast im Ehrenhof ist gleichzeitig eine architektonische Sehenswürdigkeit und außerordentliche Kunstsammlung. Im Jahr 1902 wurde der historische Kunstpalast zur „Industrie- und Gewerbeausstellung Düsseldorf" eröffnet. Die Architektur gründete auf der Inspiration durch die Pariser Weltausstellung von 1900 und sollte das „Klein-Paris am Rhein" darstellen.


Etwa 20 Jahre später erfolgte der erste Umbau nach Entwürfen von Wilhelm Kreis, ein weiterer wurde 2000 durchgeführt, für den Oswald Mathias Ungers verantwortlich zeichnete. Heute zählt das Museum Kunstpalast zu den bekanntesten Sammlungen der Stadt.


Es überzeugt gleichzeitig mit spannender Architektur, sakral anmutenden Bleiverglasungen und mit umfangreichen Exponaten. Diese verbinden die Schwerpunkte aus der „Alten Malerei", der Malerei des 19. Jahrhunderts, der Kunst des 20. Jahrhunderts, sowie zeitgenössische Impressionen miteinander.

Filmmuseum Düsseldorf

Spannende Einblicke in die Welt der bewegten Bilder liefert das interaktive Museum auf der Schulstraße in der Düsseldorfer Altstadt. Auf mehr als 2.000 m² zeigt es technische Geräte aus den Anfängen der Kinematographie. Requisiten und Kostüme, Dekorationen und sogar Set-Modelle geben weiteren Anlass, in die Zeit abzutauchen, „als die Bilder laufen lernten". Sonderausstellungen sind weitere Anregungen, sich mit der Filmhistorie zu beschäftigen.


So präsentierte man dort beispielsweise im Jahr 2007 „Karl Valentin – Filmpionier und Medienhandwerker". 2010 gab es die Ausstellung „Im Fadenkreuz – 40 Jahre Tatort". Die „Magie von Licht und Schatten. Zur Archäologie des Kinos" lockte 2012 ebenfalls die Besucher in die Schulstraße. Neben dem Filmmuseum bietet das museumseigene Kino „Black Box" als kleines, aber feines Programmkino Highlights aus Stummfilm-, Schwarz-Weiß- und modernen Filmproduktionen. Regelmäßig werden zusätzlich Filmjuwelen in Originalsprache (etwa italienisch, deutsch, französisch, spanisch oder japanisch) gezeigt.


Neanderthal Museum

Auch das benachbarte Mettmann geht auf einen bestimmten Punkt unserer Historie ein und zeigt den Fundort jenes Fossils, das vor 160 Jahren weltweit als Neandertaler berühmt wurde. Das Neanderthal-Museum gilt als eines der modernsten seiner Art in Europa und skizziert eindrucksvoll den Werdegang unserer Menschheit von seinen Anfängen bis zur Gegenwart. Diese Dauerausstellung gehört zu jenen Events, die die Besucher aus der ganzen Welt in das ovale Gebäude zieht.


Über einen stufenlosen Rundweg entdeckt man die Chronologie der Menschwerdung und erhält gleichzeitig Einblick in kulturelle und soziale Themen. Der Außenbereich lädt ein, den Fundort zu besichtigen, an dem 1856 der Knochen des Neandertalers buchstäblich wieder das Licht der Welt erblickte. Der Kunstweg „MenschenSpuren" gibt sich darüber hinaus als eine Hommage lokaler Künstler an die Symbiose von Mensch und Natur. 


Hetjens-Museum

Das Deutsche Keramikmuseum Düsseldorf zeigt eine weitere Facette der Historie. Das Museum für Keramikgeschichte wurde 1909 gegründet und präsentiert wertvolle Stücke, die bis zu 8.000 Jahre alt sind und aus allen Teilen der Welt zusammengetragen wurden. Leihgaben aus dem In- und Ausland sowie die museumseigenen Exponate machen es zu einem jener Museen, die einmalig auf der Welt sind. Ursprünglich wurde das Museum gegründet, um die Vielfalt des rheinischen Steinzeugs zu thematisieren und zu demonstrieren.


Doch über die Jahre hinweg erreichte das Museum eine solch große Popularität, dass bald schon Keramiken aus aller Welt die Ausstellung bereicherten. Private Sammlungen und Sonderausstellungen schenken diesem ungewöhnlichen Museum noch weitere Facetten.


KIT – Kunst im Tunnel

 Wer an der Rheinuferpromenade entlang geht, stößt unweigerlich auf den Eingang zu einer der wohl ungewöhnlichsten Ausstellungslocations in Düsseldorf. Einblick in die zeitgenössische Kunst liefert der Tunnel-Restraum, der sich etwa zwei Meter unterhalb der Promenade befindet. Er entstand im Rahmen der Rheinufertunnelkonstruktion. Erstmals probeweise wurde er im Jahr 1995 für Veranstaltungen genutzt. Seit der Eröffnung als KIT im Jahr 2007, bereichert er die museale Ausstellungslandschaft der Stadt und beherbergt gleichzeitig mit dem KIT-Café eine Location, in der man dem Alltag den Rücken zukehren und entspannt den Rheinblick genießen kann.