Radwege rund um Düsseldorf: Mit dem Drahtesel auf Tour

Kunst und Kultur sind in Düsseldorf ebenso angesagt wie Fashion und Shopping. Für die etwas leiseren Töne sorgen zwei andere Akteure, nämlich Fauna und Flora. Diese lassen sich bei Wanderungen und Radtouren rund um Düsseldorf wunderbar bestaunen. Wer also gerne auf den Drahtesel steigt und seine Runden um die Landeshauptstadt dreht, freut sich auf ein engmaschiges Wegenetz, das neben tollen Sehenswürdigkeiten auch die Natur hautnah präsentiert. Einige dieser Routen stellen das Thema dieses Artikels dar.


Die besten Radwege in Düsseldorf

Der Rheinradweg

Dieser mächtige Radweg, der sich auf etwa 1.230 Kilometer von der Rheinquelle in den Schweizer Alpen bis zur Mündung bei Rotterdam zieht, führt natürlich auch an Düsseldorf vorbei. International bekannt ist er als EuroVelo 15 (EV15), und das gut erkennbare Logo führt die Radtourer zielsicher durch die einzelnen Regionen.


Schaut man von der Rheinquelle Richtung Düsseldorf, ist es der Abschnitt 4, der sich von Bonn bis Rotterdam am Niederrhein entlangschlängelt. Öffentliche Verkehrsmittel machen es leicht, beispielsweise in Bonn die Radtour zu beginnen und dann auf gemächliche Art und Weise dem Rhein nach Köln zu folgen und nach Düsseldorf weiter zu radeln. Wie leicht es ist, der großartigen Rhein-Faszination zu erliegen, beschrieb bereits Victor Hugo:


Der Rhein ist schnell wie die Rhône, breit wie die Loire, in Felsen gebettet wie die Maas, gewunden wie die Seine, klar und grün wie die Somme, geschichtsreich wie der Tiber, königlich wie die Donau, geheimnisvoll wie der Nil, von Gold schimmernd wie ein Strom Amerikas, von Fabeln und Fantomen begleitet wie ein Fluss Asiens.


Vom Rhein zum Unterbacher See

In Lierenfeld, dem Süden von Düsseldorf, startet diese Radexkursion Richtung Westen und leitet die Radtourer entlang der Düssel und am Südpark vorbei an den Rhein. Flussaufwärts geht es durch das Naturschutzgebiet Himmelgeister Rheinbogen, der sich hier in seiner ganzen kurvigen Schönheit dem Betrachter präsentiert. Langsam radeln Sie nach Benrath weiter. Nun entscheiden Sie, ob Sie der Hauptachse zum Schloss folgen, oder sich dem architektonischen Meisterwerk durch den atemberaubenden Schlosspark nähern. 


Der Radweg führt später zwischen Schlupkotensee und Benrather Forst hindurch Richtung Hilden. Sie haben die Möglichkeit, der Route durch die Stadt zu folgen oder sich von Menzel- und Elbsee zu einem Zwischenstop verführen zu lassen, bevor Sie den Unterbacher See erreichen. Ob Sie nun einen Bogen schlagen und einmal den See umrunden oder durch den Wald Richtung Norden weiterfahren, entscheidet Ihre persönliche Vorliebe. Ungefähr am Kikweg erreichen Sie den Sieben-Brückenweg, einen Wanderweg, der Sie zu den Gerresheimer Naturschönheiten führt. Dies als Empfehlung, falls Sie einmal Ihren Drahtesel gegen Schusters Rappen tauschen möchten. Über Vennhausen kehren Sie schließlich zu Ihrem Ausgangspunkt in Lierenfeld zurück – nach etwa 20 reizvollen Kilometern durch die Natur.


Tiger & Turtle & Sechs-Seen-Platte

Eine etwa 40 Kilometer lange Route startet außerhalb von Düsseldorf und bringt Sie durch das Angerland, das die Grenze zwischen Duisburg und Düsseldorf markiert. Dieser schöne Landstrich erhielt seinen Namen durch den Angerbach, der von hier aus Richtung Duisburg fließt und dort in den Rhein mündet. Neben großartigen und weitläufigen Landschaften bilden die Sechs-Seen-Platte und der „Tiger & Turtle – Magic Mountain" zwei unvergleichliche Highlights.


In Duisburger Stadtteil Wedau erstreckt sich die Sechs-Seen-Platte. Sie besteht aus Haubach- und Wildförstersee, aus Wolfs- und Böllertsee sowie aus dem Masuren- und dem Wambachsee. Zusammen ergeben sie ein großartiges Naherholungsgebiet mit einer Fläche von insgesamt 283 Hektar, davon sind alleine 150 Hektar Wasserfläche. Der Radweg schmiegt sich geradezu an die wunderbare Landschaft und führt unter anderem zu einem stählernen Aussichtsturm, von dem aus Sie den Blick in die Ferne genießen. 


Ein Freibad am Wolfssee ist gerade in der wärmeren Jahreszeit ein gelungener Grund für einen Zwischenstopp. Für Furore der ganz anderen Art sorgt die Tiger & Turtle-„Skulptur" von Heike Mutter und Ulrich Genth im Angerpark von Duisburg. Denn sie ist mit ihrer Höhe von zwanzig Metern weithin sichtbar. Doch damit nicht genug: Sie ist die einzige begehbare Achterbahn der Welt und glänzt mit silbrig schimmernden Kurven, Schwüngen und Bögen. Fast spiralförmig winden sich die Stufen nach oben, schwenken nach links, nach rechts und vollführen dann erneut meisterhafte Bögen, die für starke Ausblicke sorgen. Bei Einbruch der Dunkelheit überrascht die filigrane und doch imposante begehbare Skulptur mit einer zauberhaften Illuminierung. Betrachtet man sie dann aus der Ferne, erscheint sie als zartes Lichtband, das sich in den Nachthimmel zu schwingen scheint.


Eine Tour entlang der Rheinwiesen

Die etwa 30 Kilometer lange und mittelschwere Tour erfordert eine gute Kondition, speziell an windigeren Tagen. Sie führt auf überwiegend befestigten Wegen am Rhein entlang und belohnt die Drahteselreiter immer wieder mit schönen Fluss- und Landschaftsimpressionen.


Über die Rheinkniebrücke geht es zunächst Richtung Oberkassel. Beiderseits der Brücke erstrecken sich die weitläufigen Rheinwiesen, und der Blick schweift westwärts zum Medienhafen und Richtung Nordosten zur Oberkasseler Brücke. Villen und edle Stadthäuser säumen in Oberkassel den Weg und bilden die Kulisse für die Fahrt nach Niederkassel. Am Deich entlangfahrend schauen Sie über den Rhein und zum Rheinstadion. 


Der Weg schlängelt sich am Ilvericher Bruch entlang und passiert die monumentale Flughafenbrücke. Nun könnten Sie bis zur Rheinfähre weiterfahren und auf die andere Rheinseite übersetzen. Bitte beachten Sie in diesem Fall die Fährzeiten. Alternativ nutzen Sie die Flughafenbrücke und erreichen das gegenüberliegende Ufer. Entspannt geht es nun nach Düsseldorf zurück. Falls Sie Lust haben, unternehmen Sie einen Abstecher in den Nordpark, der unmittelbar am Radweg liegt. Besonders zur Blütezeit bietet er farbenprächtige Blumenwunder. Der Weg führt Sie nun zum Robert-Lehr-Ufer. Wahlweise fahren Sie oberhalb des Rheinparks entlang oder nehmen die Route entlang der Kaimauer. Werfen Sie einen Blick auf die historischen Bauten, auf die Tonhalle und die Kunstakademie. Fahren Sie durch den Hofgarten, entdecken Sie den Kö-Bogen und schwenken Sie schließlich zur Königsallee. Am Ständehauspark und ganz in der Nähe der Rheinkniebrücke endet diese Tour, wo sie begann.


Ländliche Idylle und städtisches Flair – die Fleher Runde

Starten Sie diese Tour in Bilk Richtung Fleher Brücke. Weithin sichtbar thront dieses Monument mit einer Gesamtlänge von 1.166 Metern über dem Rhein. Sie besitzt die größte Spannweite von Brücken dieser Art in Deutschland und verfügt außerdem über den höchsten Brückenpylon (146,47m) des Landes. Je nach Lichteinfall fasziniert die Fleher Brücke mit unterschiedlichen Farbschattierungen. Der Radweg bringt Sie zunächst unmittelbar am Rhein entlang von Volmerswerth zum ländlichen Hamm. Die besonders idyllische Atmosphäre scheint nahezu greifbar. 


Machen Sie eine kleine Pause und nehmen Sie Platz auf einer der Bänke, um über den Rhein zu schauen und den Alltag für einen Moment zu vergessen. Das Örtchen Hamm, das erstmals bereits 1218 urkundlich erwähnt wurde, gehört zu den kleinsten Stadtteilen von Düsseldorf. Liebevoll spricht man auch von Kappes-Hamm, eine Hommage an die Landwirtschaft, insbesondere an den Anbau von „Kappes", also Kohl. Von der ländlicher Idylle geht es zur städtischen Betriebsamkeit und am Hafen entlang. An der Lausward folgen Sie dem Rheinbogen und haben einen tollen Blick auf den Medienhafen, die Gehry-Bauten, den Rheinturm und den Landtag. Verführerisch ist nun der Abstecher entlang der Uferpromenade in die Altstadt. Der Radweg führt Sie weiter in die Innenstadt nach Bilk und zurück zum Ausgangspunkt.

Unzählige, auch weitläufigere Radrouten möchten Sie zu ausgedehnten Ausflügen verführen. Etwa zu „Berg und Tal" rund um Solingen. Oder Sie wählen das niederrheinische Städtchen Brüggen als Ausgangspunkt für Exkursionen durch die Schwalm-Auen. Beide Ziele erreichen Sie bestens mit dem Wagen. Oder Sie satteln Ihren Drahtesel und lassen sich einfach von jenen Radwegen leiten, die kreuz und quer durch die Landeshauptstadt führen.