Unterbilk und die Gentrifizierung

Unterbilk ist einer jener Stadtteile, in denen der Wandel heute sehr rasant voranschreitet. Dabei war ein fränkischer Ort namens Bilici bereits in der Karolinger-Zeit bekannt, erklärt die Verwaltung und bestätigt damit, dass Bilk deutlich älter als Düsseldorf selbst ist. Tatsächlich fühlen sich Anwohner, die heute in Unterbilk leben, als echter „Bilker“ und dieser langen Historie sehr verbunden, auch wenn Unterbilk selbst – ganz im Gegensatz zu  Oberbilk -, in älteren Dokumenten noch gar nicht erwähnt wird. Erst nach dem Bau des Bahnhofs ist in den Urkunden dann ganz plötzlich auch von Unterbilk die Rede: Tatsächlich wird Unterbilk auf einer Karte aus dem Jahre 1891 erstmals erwähnt und wurde damit vermutlich durch einen städtischen Beamten, quasi auf dem Reißbrett, entworfen, glauben die Stadthistoriker. 


Unterbilk „sonnt“ sich im Schatten des Medienhafens

unterbilk modeIm heutigen Unterbilk leben knapp 18.000 Einwohner. Nachbarn des durchaus zentral gelegenen Stadtteils im Bezirk 3 sind unter anderem die Stadtmitte und der Medienhafen: „Die Nähe zur City und die Nachbarschaft zum Rhein, der dank des auf altem Hafenterrain angelegten Rheinparks Bilk besonders gut zu erreichen ist, haben ihre Reize“, weiß die Verwaltung. 


Vermutlich eine Erklärung dafür, dass gerade in Unterbilk die so genannte Gentrifizierung voll in Gang ist. Denn die Mieten und Immobilienpreise steigen, was für sozial schwächer gestellte Familien durchaus zu einem Problem wird. Doch letztendlich sind derartige Verschiebungen im sozioökonomischen Gefüge auch aus anderen Städten wie Berlin oder Leipzig bekannt. Und können einer Gegend – letztendlich -, auch gut tun. Denn ohne Frage kann ein Bau- und Modernisierungsboom eine Gegend auch aufwerten. Jedenfalls dann, wenn so ein lebendiges und kreatives Viertel entsteht und die Veränderungen mit Augenmaß bewirkt werden!


Geringe Arbeitslosigkeit, hoher Wohnkomfort

Dass es um Unterbilk heute gut bestellt ist, zeigt jedenfalls ein Blick in die demographischen Daten. Denn hier leben durchaus auch jüngere Menschen. So liegt der Altersdurchschnitt bei knapp über 40 Jahren und scheinen die rund 11.000 Haushalte, dank einer geringen Arbeitslosigkeit, wirtschaftlich auf soliden Beinen zu stehen.


Als große Arbeitgeber gelten in Unterbilk die Siemens-Niederlassung Düsseldorf, aber auch die Landesregierung. Zudem macht sich natürlich auch die Nähe zum Medienhafen bezahlt, da viele Anwohner pendeln und hier, in Düsseldorfs Kreativschmiede, in der Mode- und Medienbranche Fuß gefasst haben.


Jedenfalls lässt es sich hier, in Unterbilk, gut leben und werden Neuankömmlinge stets herzlich begrüßt. Schließlich zeigt sich Düsseldorf auch in Unterbilk von seiner weltoffenen und sympathischen Seite.


Unterbilk und seine Sehenswürdigkeiten

Zudem glänzt der Stadtteil mit Sehenswürdigkeiten, die weit über die Grenzen Düsseldorfs hinaus bekannt sind. Wie das Stadttor, das (s) einen guten Teil zur Attraktivität der Düsseldorfer Skyline beiträgt. Ein Gebäude mit beeindruckenden Glasfronten und über 70 Meter Höhe, in dem unter anderem der nordrhein-westfälische Ministerpräsident standesgemäß residiert.

Doch auch die neugotische Pfarrkirche Sankt Peter, ein katholisches Gotteshaus und eine der größten Kirchen Düsseldorfs überhaupt, ist ein Besuch und ein Foto wert. Ebenso der Florapark (auch Floragarten genannt), der trotz seiner eher bescheidenen Gesamtfläche von gerade einmal 3 Hektar zu den bedeutenden grünen Lungen Düsseldorfs gezählt wird. In der „Gartenstadt“ Düsseldorf lebt es sich eben gleichermaßen mondän wie grün!