Rebekka Ruétz Herbst-/Winterkollektion 2020/21

Die österreichische Designerin Rebekka Ruétz nutzte die MBFW, um ihre außerordentlichen Kreationen für die Herbst-/Winterkollektion 2020/21 zu präsentieren, die sie unter den Titel „stIDent“ stellte. Damit konnte sie die Vielzahl der prominenten Gäste beeindrucken, zu denen Tanja Bülter, Nele Kiper, Annett Möller, Alexandra Polzin, Astrid Rudolph, Alex Seifert und Katrin Wrobel zählten. Auf dem Catwalk präsentierte sich u.a. Sandra Hunke, Model und Klempnerin.

Neben ungewöhnlichen Schnitten und Stilen war die unglaubliche Farbenvielfalt ebenfalls ein Highlight. So sahen die Gäste Kompositionen aus Gold und Currygelb, Steingrau und Buttermilchweiß, Schattierungen von elektrisierendem Blau über Tiefwassertürkis bis Glasgrün, zudem Kontraste zwischen Zuckerwatte und Rabenschwarz. Doch was auf den ersten Blick wie kraftvolle Regenbogenmischungen und lebensfroher Nuancen erschien, wandelte sich bei näherem Hinsehen in etwas ganz anderes.


Denn Rebekka Ruétz bietet mit ihrer neuen Kollektion ein Statement und setzt den Fokus auf ein Umweltbewusstsein, das auch vor der Modewelt nicht halt machen soll. Schließlich geht es darum, buchstäblich die Welt zu retten und unser Überleben zu sichern, was aber nur möglich ist, wenn sich das Bewusstsein grundsätzlich ändert.


Schaut man genauer auf die großartigen Design-Kreationen, erkennt man, dass die Farbenvielfalt von Fotografien stammen, die die Umweltverschmutzung skizzieren – ganz gleich, ob es um die Meere, um Mikroplastik oder um die Lebensadern unserer Welt geht. Der Betrachter schaut auf die Erde, erkennt ihre Erhabenheit und gleichzeitig ihre zerbrechliche Anmut. Die Unendlichkeit des Universums umschließt den in elektrisierendem Blau dargestellten Heimatplaneten in einem Mix, der von Unterwassertürkis über Glasgrün bis hin zu Rabenschwarz verläuft.


Die Lebensadern der Erde werden z.B. in den Kleidern in Gold dargestellt. Wertvoll und gleichermaßen bedroht – ein Hinweis auf jene Goldschürfer, die rücksichtslos die Erde ausbeuten und zerstören. Weitere Drucke zeigen eine Melange aus Currygelb und Burgunderrot: den Wandel, den die Erde begeht, bis sie nur noch aus offenen Wunden zu bestehen scheint. Kontrastierend dazu stehen Nuancen aus Buttermilchweiß und Steingrau, während das Rosa der Zuckerwatte als Synonym zerstörender Bequemlichkeit verstanden werden kann.

Rebekka Ruétz sieht es als ihre Verpflichtung, als Modedesignerin mit gutem Beispiel voranzugehen. Sie möchte mit ihren Kreationen aufrütteln und einen wichtigen Beitrag leisten. Sie weiß, dass sich unter der jungen Generation der Aktivismus regt und man sich im Klaren darüber ist, dass es höchste Zeit wird, etwas zu tun und für die Umwelt einzutreten.

Die österreichische Designerin schafft es auf unnachahmliche Art und Weise, mit ihrer Kollektion eine Symbiose aus Widersprüchen und der Hoffnung auf die Rettung der Welt zu erschaffen. Dabei sind es die scheinbar zufällig zusammengestellten Kreationen mit ihrer A- und X-Silhouette, die die Aufmerksamkeit fordern und gleichsam zum Nachdenken anregen. 


ÜBER DAS LABEL

In den Fokus ihrer aufwendigen Stücke stellt Rebekka Ruétz die moderne Amazone. Eigenwillige und extravagante Kreationen sowie der spannende Materialmix sind charakteristisch für das Prêt-à-porter-Label.