Yubari Melone: eine Delikatesse aus Japan

Rein optisch ist die Yubari Melone eher unscheinbar. Sie besitzt zwar eine fast perfekte, runde Form und das Fruchtfleisch selbst erinnert ein wenig an das Farbspektrum eines Sonnenuntergangs, doch darüber hinaus würde wohl niemand vermuten, dass die unscheinbare Frucht so enorm begehrt ist. Für eine einzige Frucht wurden bereits Preise gezahlt, die denen eines Kleinwagens gleichen. Gezüchtet wird sie auf der kleinen Insel Hokkaido, in einer Stadt die den selben Namen wie die Frucht trägt: Yubari. Die ersten Yubari-Früchte der neuen Ernte gelten mittlerweile nicht nur in Japan als absolutes Statussymbol und auch in der internationalen Presse werden die hohen Gebote für die Früchte immer wieder erwähnt. Doch was ist so besonders an der Melone?

Yubari Melone - Ein Heiligtum in Fruchtform

Rein geschmacklich gilt die Yubari Melone als Delikatesse: Das Fruchtfleisch der Yubari Melone ist sehr süß und die Frucht enthält – typisch für eine Melone – viel Wasser. Die Japaner schwören darauf, dass der Geschmack „so süß wie der erste Kuss" sei, denn die Yubari Melone wird im Laufe Ihres Wachstums von vielen professionellen Züchtern stets zur Sonne hin gedreht und enthält zum Erntezeitpunkt deshalb besonders viel Zucker.

Die hohen Preise werden auch nur am Anfang der Saison erzielt, denn die ersten Früchte besitzen besonders viel Prestige. Allerdings kosten spätere Früchte auch im Laden ca. 50 Euro und nicht selten wird der Vergleich zwischen Kobe-Rind und den Melonen herangezogen. Oftmals wird sie eher als Geschenk angesehen und traditionell nur in sehr dünnen Scheiben verspeist. Vor allem an heißen Sommertagen ist sie eine Delikatesse, die gerne mit Freunden geteilt wird.

Angebaut wird die Melone in Yubari, einer kleinen Stadt auf einer kleinen Insel. In Yubari selbst leben ungefähr 11.000 Einwohner und die dort – und nur dort – angebaute Melone ist nicht nur das Wahrzeichen der dort lebenden Japaner, sondern wird dort sogar als eine Art Heiligtum verehrt.

Dort bauen seit über 40 Jahren gut 200 Bauern jährlich etwa drei Millionen Stück der Honig-Melone an und verkaufen diese vor allem auf dem japanischen Markt. Denn der Handel ist sehr streng geregelt: Nur der städtische Landwirtschaftsverband darf die Frucht tatsächlich verkaufen und ist für die Festlegung der Preise verantwortlich.

Allerdings hat sie sich auch mittlerweile weltweit als Delikatesse etabliert und wird von Luxus-Restaurants, Chefköchen und sogar von einigen Bars verwendet. Sie wird übrigens im Februar gesät und von unterirdischen Wasserleitungen warm gehalten, die von Vulkanböden geheizt werden. Nach exakt 105 Tagen werden die Früchte per Hand geerntet und jede einzelne wird noch einmal überprüft.

Fruchtiger Spaß oder klassischen Tokio Ice Tea

In Japan ist es Tradition, dass eine geschenkte Yubari Melone zunächst einige Tage bestaunt wird, bevor man sie aufschneidet und verspeist. In Japan werden vor allem sehr dünne Scheiben geschnitten, die dann einfach per Hand gegessen werden. Allerdings hat sich diese Tradition nicht über die Grenzen Japans hinaus durchgesetzt, stattdessen wird die Melone sehr gerne anders genossen.

Im klassischen Tokio Ice Tea ist ein wenig der Melone enthalten. Der alkoholhaltige Cocktail ist sehr fruchtig und süß und soll angeblich durch die Zugabe der Melone einen ganz eigenen Geschmack bekommen. Allerdings bekommt man den echten Geschmack der Melone nur auf teuren Kreuzschiffen oder in luxuriösen Clubs zu kaufen, während er oftmals lediglich kopiert und durch andere Fruchtsäfte zusammengemischt wird.

Die Melone schmeckt zudem besonders lecker, wenn sie in kleine Stücke geschnitten und in einen Obstsalat gemischt wird. Vor allem in Verbindung mit Zitrusfrüchten soll der sehr süße Eigengeschmack der Honig-Melone noch kräftiger hervorkommen.

Einige Spitzenköche aus Japan bieten zudem eine kalte Melonensuppe mit Buttermilch und anderen Inhalten an, die besonders gesund sein soll. Wer hierzulande jedoch eine solche Melone probieren möchte, der wird zumindest als Privatperson Probleme bekommen, denn die Frucht ist oftmals sehr schnell nach der Ernte ausverkauft.
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