Carlo Mense – Rheinländer und Künstler mit Visionen

Der deutsche Maler Carlo Mense, den man der Neuen Sachlichkeit und dem Rheinischen Expressionismus zuordnet, wurde am 13. Mai 1886 in Rheine geboren und verstarb am 11. August 1965 in Königswinter.

Der kunstvolle Mensch

Bereits kurz nach Aufnahme seiner kaufmännischen Lehre brach er diese ab und widmete sich fortan der Malerei. Von 1906 bis 1908 absolvierte er auf Anraten von August Macke Studiengänge bei Peter Janssen an der Düsseldorfer Kunstakademie.

Mit seinem Bruder reiste er zum Monte Verità im Westen von Ascona. Dieser war Sitz einer Künstlerkolonie, die sich als Alternativbewegung zu jener Kultur und Gesellschaft sah, die militante und patriarchalische Züge aufwies. In diesem Zusammenhang wurde der Monte Verità zum Sinnbild einer neuen Denkweise und Bewegung, die sich z.B. für Anthroposophie, Pazifismus, Theosophie, Anarchismus, Lebensreformen und östliche Weisheiten einsetzte.

Carlo Mense kehrte schließlich nach Deutschland zurück und studierte zunächst in Berlin bei Lovis Corinth. Kurze Zeit später ging er nach Weimar und München, um dort seine Studiengänge fortzusetzen. 1910 trat er im Rheinland der „Cölner Secession“ und ein Jahr später dem „Gereonsklub“ bei.

Als „Otto Marto“ zählte er zu den Mitgliedern der „Werkleute auf Haus Nyland“. Er nahm im Jahr 1912 an der „Sonderbund-Ausstellung“ in Köln teil und im Jahr 1913 an der Bonner Ausstellung „Die Rheinischen Expressionisten“, die von August Macke initiiert wurde. In München traf er Paul Klee, und auch Georg Schrimpf, Oskar Kokoschka und Alexander Kanoldt zählten zu seinem Freundeskreis.

Nach einem Aufenthalt in Italien erhielt er fünf Jahre später die Professur an der Staatlichen Akademie für Kunst und Kunstgewerbe in Breslau und traf dort Oskar Moll und Oskar Schlemmer. 1933 erhielt er den „Rom-Preis“ und daraufhin ein Stipendium in der Villa Massimo.

Im Anschluss an den Krieg kehrte er nach Bad Honnef an den Wohnort seiner Eltern zurück. Im Jahr 1961 erhielt er das Bundesverdienstkreuz. Nach seinem Tod wurde er in Bad Honnef auf dem Alten Friedhof beigesetzt.

Seine Werke

Als Vertreter der Neuen Sachlichkeit und des Rheinischen Expressionismus beschäftigte sich Carlo Mense damit, seine Reiseimpressionen meist naturnah umzusetzen, etwa mit Werken wie der „Landschaft im bergischen Land“ (1933) oder der eindrucksvollen „Göttlichen Küste – Positano“ aus dem Jahr 1924. Das Ölbild „Rast auf der Flucht nach Ägypten“ (1940) taucht die Szenerie in weiche Farben und weckt eine eindrucksvolle Naturverbundenheit.

Im Gegensatz dazu löst die „Südländische Landschaft“ (1924) beim Betrachter eher Erinnerungen an moderne Stilrichtungen aus, während das Aquarell „Italienische Hafenstadt“ (1930) eine Symbiose von traditioneller und moderner Malerei darzustellen scheint. Und betrachtet man die „Winterliche Rheinlandschaft mit zwei Wanderern“, zieht es den Betrachter geradezu in die sonnige und idyllische Winterwelt hinein.

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