Die Besonderheiten der christlichen Kunst

Unter christlicher Kunst werden alle Bereiche der Kunst verstanden, die einen religiösen Inhalt haben. Das kann die Musik ebenso sein wie Malerei, Architektur oder dergleichen. Dabei wird von Experten eine Unterscheidung getroffen: die Bildtheologie und die Bildästhetik. Bei Ersterem ist die Religion der Inhalt der Kunst; oft geht es um die biblische Geschichte und Glaubensinhalte. Bei der Bildästhetik stellt der Künstler seine Sicht zu einem christlichen Thema dar und der Betrachter wird als Sammler angesprochen – es geht um die malerisch-stilistische Qualität des Bildes.


Die Geschichte der christlichen Kunst

Die ursprüngliche Kunst der Darstellung religiöser Motive wurde zwischen der Ost-und Westkirche getrennt, wobei die Ostkirche vor allem in der Ikonenmalerei gipfelte, die heute noch in der russischen und griechischen Malerei aktuell ist. Die westliche Seite wandte sich der weltlichen Malerei zu, die mehr ein verführerisch schönes Bild darstellte. Während der Reformation wurden beide von den Reformierten abgelehnt und die Kirchen von Bildern befreit. Im Osten wird nach wie vor propagiert, dass die christliche Kunst von Christen für Christen geschaffen wird. Im Westen vertritt man diese Meinung seit Mitte des 19. Jahrhunderts nicht mehr. Zuvor waren es die Nazarenaer, die dies propagiert hatten und damit eine ganze Kunstrichtung begründeten. Die nachfolgende Moderne brach mit dieser Vorstellung.


Der Inhalt der christlichen Kunst

Das Marienbild ist die häufigste Darstellung der christlichen Kunst. Das Bild ist Ausdruck der Marienverehrung; seit dem 13. Jahrhundert ist auch die Abbildung der Schutzmantelmadonna beliebt; besonders in Frankreich findet man die Schwarze Madonna vor, die aus Romantik und Barock stammt. Die älteste erhaltene Madonnenfigur ist die Goldene Madonna von 980. Während der Renaissancemalerei entstanden die Darmstädter und die Stuppacher Madonna sowie die weltberühmte Sixtinische Madonna.


Auch die Kreuzigung Jesu nimmt einen großen Raum in dieser Kunstrichtung ein. Die Darstellungen sind vielfältig und nicht nur auf die Malerei beschränkt. Auch die Bildhauerei ist hier mit vielen Werken beteiligt. In den östlichen Kirchen nach wie vor beliebt sind die Ikonenbilder, aber auch Gnadenbilder und Andachtsbilder. Im Innsbrucker Dom befindet sich das berühmte Gemälde „Gnadenbild Mariahilf“ von Lucas Cranach dem Älteren. Sogenannte Heiligenbilder sind ebenfalls aus allen Jahrhunderten bekannt.


Auch der Kirchenbau an sich kann als Kunst dieser Richtung bezeichnet werden. Beispiele dafür sind die Christussäule im Hildesheimer Dom oder die vielzähligen Heiligenfiguren. Auch die Cathedra Petri im Petersdom ist erwähnenswert.


Verschiedene Kunstsammlungen haben sich die christliche Kunst zum Thema gemacht. So das Dommuseum in Hildesheim, das Teil des UNESCO-Weltkulturerbes ist, oder das Augustinermuseum in Freiburg im Breisgau. Dieses ist eines der bedeutendsten Museen am Oberrhein.