Datenbank der gestohlenen Kunst: Das Art-Loss-Register

Das auch unter der Abkürzung ALR bekannte Register Art-Loss ist die größte Datenbank verlorengegangener Kunstgegenstände der Welt. Sie besteht seit 1991 und wurde von einem Zusammenschluss gegründet, deren Mitglieder aus den verschiedensten Gründen Interesse daran haben, verlorene und gestohlene Kunstschätze wiederzufinden bzw. deren Verlust aufzuklären.

Das sind Vertreter der Versicherungswirtschaft ebenso wie Verbände des Kunsthandels und Auktionshäuser wie der Stiftung „International Foundation for Art Research“. Letztere hat eine immense Vorarbeit geleistet, da sie seit 1975 Informationen zu Kunst-Diebstählen zusammentrug.

Der II. Weltkrieg und seine Nachwirkungen

Auch in der Kunstszene hat die Nazizeit tiefe Spuren hinterlassen, die heute einen großen Teil des Registers ausmachen. Nach Firmenangaben sind es heute rund 400.000 Einträge, wobei ein großer Teil Verluste im Dritten Reich sind. Vor allem Enteignungen jüdischer Sammler sowie Kunstraub der Besatzungsmächte und viele weitere Kriegsschäden sind zu beklagen.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf den Diebstählen aus Museen des Irak während es Krieges 2001. Wie das FBI bekanntgab werden zudem jährlich Kunstwerke im Wert von rund 8 Milliarden Dollar gestohlen.

Der Nutzen der Datenbank

Jährlich werden ca. 300.000 Anfragen an das Register gestellt. Dabei erhält der Händler ein Zertifikat auf dem bestätigt wird, dass er angefragt hat und das bestimmte Kunstobjekt zu diesem Zeitpunkt nicht als Verlust gemeldet war.

Teilweise wird die Nutzung der Datenbank eher diskret behandelt, andererseits wird bei der Suche nach Kunst auch die Öffentlichkeit eingeschaltet und informiert. Durch das Register konnten nachweislich bislang fast 6.000 Kunstwerke ihrem rechtmäßigen Eigentümer zurückgegeben werden.

Da die meisten Kunstdiebstähle, denen keine große Priorität und Bekanntheit eingeräumt wird, bei der Polizei nur mit mäßiger Verfolgungsintensität bearbeitet werden, können dabei nur wenige Fälle aufgeklärt werden; das Register leistet also eine wertvolle Zusatzarbeit. Eine ähnliche Datenbank bietet die Koordinierungsstelle für Kulturgutverluste in Magdeburg, die sich mit der Lost-Art-Datenbank spezielle um NS-Raubkunst kümmert.

Kritik an Art-Loss

Kritiker bemängeln allerdings, dass das Register zu viele Lücken aufweist und bei Nachfragen eine Verknüpfung mit anderen Datenbanken sinnvoll wäre. Öffentliche Datenbanken sollten ebenso überprüft werden. Manche Auktionshäuser nehmen die Prüfung des Eintrages als Befreiung von ihrer Sorgfaltspflicht hin; aber niemand hinterfragt die Qualität der Auskunft.

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