Fritz Klimsch, der bedeutende Bildhauer der klassischen Moderne

Ausdrucksstarke Skulpturen gehören zu den Meisterwerken von Fritz Klimsch. Angelehnt an sein großes Vorbild Auguste Rodin erweckt er mit seinen Exponaten beim geneigten Betrachter Emotionen, Erstaunen und den Wunsch, den Linien der Protagonisten mit den Fingerspitzen zu folgen und die Wärme zu spüren, die etwa die Bronze „Beschaulichkeit“  oder die Porzellan-Figurine „Najade“ zu vermitteln scheinen.

Der Bildhauer und Visionär Fritz Klimsch

Im Februar 1870 erblickte Fritz Klimsch in Frankfurt am Main als Sohn der bekannten Unternehmer- und Künstlerfamilie Klimsch das Licht der Welt. Sein Vater, Eugen Johann Georg Klimsch, war ein bekannter Illustrator und Kunstmaler und Ferdinand Karl Klimsch, sein Großvater, ein angesehener Lithograf, Kupferstecher und ebenfalls Kunstmaler.

So war es wenig verwunderlich, dass Fritz Klimsch ein Studium an der Königlichen Akademischen Hochschule für die bildenden Künste in Berlin aufnahm. Später lernte er Max Liebermann und Walter Leistikow kennen und gründete mit ihnen im Jahr 1898 die „Berliner Secession“, die später zu einer der bedeutendsten Kunstvereinigungen avancieren sollte.

Zahlreiche Studienreisen führten Klimsch schließlich nach Griechenland und Italien. Zunächst ließ er Jugendstilelemente in seine Arbeiten einfließen, wandte sich dann jedoch immer mehr klassischen Formen zu, die ihn insbesondere durch seine Frauenakte zu großer Bekanntheit kommen ließen.

Ausdrucksstarke und vielseitige Werke

Viele seiner imposanten Arbeiten zieren heute Vorplätze eindrucksvoller Museen, Parkanlagen, Friedhöfe sowie Schaukästen bedeutender Ausstellungen. Vor dem Heimatmuseum Berlin-Köpenick findet sich „Maja“ aus dem Jahr 1931, im Grugapark Essen steht die Skulptur „In Wind und Sonne“ (1936) und über dem Eingang des Ullstein-Verlagshauses prangt die bekannte „Ullstein-Eule“ (1927).

Zu den von Klimsch geschaffenen Denkmälern zählen das „Ulanen-Denkmal“ in Saarbrücken (1913) und das „Rudolf Virchow-Denkmal“ an der Berliner Charité (1910). Auf dem Nordfriedhof in Düsseldorf errichtete er das Grabmal Behrens, ebenso die Skulptur für die Grabstätte des Malers Theo von Brockhusen (Berlin-Nikolassee) und die Grabstätte Meißner auf dem Südfriedhof in Leipzig.

Desweiteren schuf er zahlreiche Portraits kulturell und politisch bedeutender Persönlichkeiten wie Max Liebermann, Ludwig Thoma und Paul von Hindenburg. Seit 1912 war er Mitglied und wurde 1916 Senator der Preußischen Akademie der Künste. Von 1921 bis 1935 dozierte er an der Akademischen Hochschule für bildende Künste und wechselte als Leiter der Meisterschule in den Ruhestand.

Er übersiedelte in den Schwarzwald, wo er sehr zurückgezogen lebte. Im Jahr 1960 erhielt er für sein Lebenswerk das Bundesverdienstkreuz und verstarb schließlich im März desselben Jahres in Freiburg.

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