Helge Leiberg – Figurenkünstler der komplexen Moderne

Helge Leiberg kam am 27. Oktober 1954 in Dresden zur Welt. Er ist für seine surreal anmutenden Figuren, die er in schnellen Pinselstrichen auf die Leinwand bannt, ebenso bekannt wie für die Skulpturen, die den Anschein erwecken, jeden Moment ihre Bewegung wieder aufzunehmen, um zu tanzen und zu springen.

Intention und Realisation

Helge Leiberg sieht die Figur des Menschen als Zeichen. Durch die Bewegung drückt der Mensch den Bezug zu seiner Gefühlswelt aus. Dabei spielt es keine Rolle, ob dies bewusst oder unbewusst geschieht. Im modernen Tanz gibt ein Mensch sich der Musik hin, interpretiert sie neu oder erschafft eine Symbiose aus klassischen Bewegungen und freien Elementen.

Helge Leiberg nimmt sich die Freiheit, sowohl die Überhöhung der Darstellung als auch die buchstäbliche Verformung der Person in seinen Werken zu nutzen, um den geneigten Betrachter ein geradezu archaisches Bewegungskonzept zu präsentieren. Manche seiner Werke mögen an mittelalterliche Totentänze erinnern, während andere wieder wahrlich überschäumen vor Freude an der Bewegung.

Man meint, die Trommeln zu hören, die die Menschen in Ekstase versetzen und ihre Umgebung vergessen lassen. Starke Farben umgeben die abstrakten Figuren wie der buchstäbliche Mantel aus Gefühl, Musik und Leidenschaft.

Künstlerische Laufbahn

Zunächst absolvierte Helge Leiberg von 1973 bis 1978 sein Studium an der Hochschule für Bildende Künste in Dresden. Mit A.R. Penk (Bildhauer, Grafiker, Maler und Schlagzeuger) und Michael Freudenberg gründete er im Jahr 1979 eine Malerband. Fünf Jahre später zog er nach Berlin-Charlottenburg um.

Er wurde bekannt durch seine Illustrationen für die Büchergilde Gutenberg, seine Kunstbücher und seine Idee, Super-8-Filme zu bemalen und sie im Rahmen von Tanz-Events auf die Tanzenden zu projizieren. Zusammen mit der Tänzerin Fine Kwiatkoski und den Musikern Dietmar Diesner und Lothar Fiedler gründete er die Performance Group GOKAN und intensivierte dabei das von ihm entwickelte „Noise Painting“.

Eine Ausstellungsübersicht

Zahlreiche Ausstellungen demonstrieren seine kreative Laufbahn: Dazu zählen die Solo-Shows „Luftzug an der Ferse“ (1995) in der Galerie Michael Schultz, „Zeitsprünge“ in der Kunsthalle Dresden im Jahr 1996, Ausstellungen in der Ludwig Galerie Schloss Oberhausen, in der Baiksong Gallery, Seoul, Korea, sowie in Wien, Brandenburg und Augsburg. Gruppenausstellungen führten ihn und seine Werke ins Ausland - u.a. nach Brüssel, Peking, Mailand und New York.

Bilder der Ausstellung

Helge Leiberg arbeitet mit den unterschiedlichsten Medien, um seine Gefühle und Gedanken zum Ausdruck zu bringen. Er erschafft seine „bewegenden“ Figuren mit Hilfe von Lithographien oder erweckt sie durch Acrylfarben auf Leinwand. Seine Bronzen strecken sich teilweise fast einen Meter hoch grazil in die Höhe und stellen den wunderbaren „Pas de deux“ (2012) dar.

Auf dem Weg „nach Bergamo“ (2011) scheint die Skulptur einem nicht enden wollenden sehnsuchtsvollen Traum entsprungen zu sein, während seine Leinwandarbeit „Im Sturm“ (2005) in Schwarz gehaltene Figuren vor einem geradezu bodenständig-erdfarbenen Hintergrund zeigt.

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