Joseph Beuys – das Enfant Terrible der internationalen Kunstszene

Am 12. Mai 1921 in Krefeld geboren und am 23. Januar 1986 in Düsseldorf verstorben, schuf Joseph Beuys mit seinen künstlerischen Initiativen eine spektakuläre Basis für noch heute weltweit kontroverse Diskussionen. Dabei spielt es keine Rolle, ob man sich gerade die berühmte „Fettecke“ und die „unbetitelt (Badewanne)“  vor Augen führt oder seine Arbeit „RICHTKRÄFTE – 100 Tafeln“, die von ihm 1977 in der Berliner Nationalgalerie installiert wurde und für Furore sorgte.

Joseph Beuys, der Mensch hinter seiner Kunst

Viele Titel charakterisieren Joseph Heinrich Beuys: Er war Zeichner, Bildhauer und Aktionskünstler. Man kannte ihn als Kunsthistoriker, und seine Studenten verehrten ihn als Professor an der Düsseldorfer Kunstakademie. Eines war er aber auf alle Fälle: ein Mann, der wusste, wie er die Welt in Atem halten konnte.

Er setzte sich mit der Anthroposophie auseinander, diskutierte in Kolloquien über Humanismus und lehnte einige seiner Arbeiten an die Themen der Sozialphilosophie an. Im Laufe der Jahre wurde er zum populären Gegenspieler von Andy Warhol und galt als einer der wichtigsten und einflussreichsten Aktionskünstler des 20. Jahrhunderts.

Doch diese Titel fielen ihm nicht so einfach in den Schoß – im Gegenteil: Er erarbeitete sie sich mit viel Herzblut, Engagement und eisernem Willen.

Lehrmeister und Künstler

Joseph Beuys besuchte die Katholische Volksschule und das Staatliche Gymnasium Cleve. Zeichnen faszinierte ihn so sehr, dass er nach der Schule das Atelier von Achilles Moortgat aufsuchte, um noch tiefer in die Materie einzutauchen. Dabei fand er Gefallen an Werken von Rodin, Turner und Munch. Nach dem Krieg wurde er Mitglied des „Klever Künstlerbundes“ und begann im Sommer 1946 das Studium der Monumentalbildhauerei in Düsseldorf.

1951 avancierte er zum Meisterschüler von Ewald Mataré und beteiligte sich bald an den Arbeiten für die Pfingsttür des Kölner Doms sowie des Westfensters im Aachener Dom. Durch Mataré lernte er die Philosophie Rudolf Steiners kennen, dessen „Kernpunkte der sozialen Frage“ Einfluss auf Beuys´ „Soziale Plastik“ nahm. Beuys beschäftigte sich immer stärker mit dem sozialen Gedanken, Wirtschaftswirren und politischen Themen.

Schließlich wurde er 1961 auf den Lehrstuhl an der Düsseldorfer Kunstakademie berufen. Während seiner Lehrtätigkeit wuchs seine Bedeutung auf dem internationalen Kunstmarkt, insbesondere als Karl Ströher den Bestand an seinen Werken sowie eine renommierte Pop-Art-Sammlung aufkaufte. Diese Aktion verursachte einen Run auf Beuys-Arbeiten, der sich damit als europäischer Gegenpart zu Andy Warhol etablieren konnte.

Täglich war er in der Akademie präsent, um seinen Studenten Rede und Antwort zu stehen. Er stieß sich immer wieder an den gesetzlich vorgeschriebenen Auswahlverfahren für das Studium, streikte mit seinen Studenten dagegen und wurde schließlich in einer groß angelegten Aktion der Akademie verwiesen. Doch das hinderte ihn nicht daran, weiterhin künstlerisch tätig zu sein. Kontroverse Präsentationen auf der „documenta“ in Kassel, auf der 37. Biennale in Venedig oder im römischen Palazzo Braschi brachten ihn immer wieder in den öffentlichen Fokus.

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