Kleinkunst: Kunst auf der Bühne

Die Kleinkunst begegnet den Menschen in relativ kleinen Räumen, in denen mit geringem personellen und finanziell-technischen Aufwand Theater oder Musik aufgeführt wird. Seit den 20er Jahren wird der Begriff angewendet, um kabarettistische und ähnliche Vorführungen im kleinen Rahmen zu bezeichnen.


Beispiele für die Kleinkunst

Dazu gehören neben dem Kabarett auch Puppenspiel und Comedy, Pantomime und Rezitationen, Jonglage und Zauberei und viele andere, bei denen solo oder mit Kleinstbesetzung gearbeitet wird. Die Nähe zwischen Künstler und Publikum ist entsprechend groß – der Rahmen fast intim.

Die Entwicklung erfolgte aus den Darbietungen in Singspielhallen und ähnlichen Etablissements des 19. Jahrhunderts, in denen Varieté und Vergleichbares zur Aufführung kam. Eine spezielle und bekannte Art der Kleinkunst war American Vaudevill, welches zu Beginn des 20. Jahrhunderts bekannt war und die Grundlage der Stummfilmkomödie darstellt.


Kleinkunstfestivals und Preise für herausragende Leistungen

1981 gab es in Schwerte ein Kleinkunst-Festival, welches jährlich stattfinden sollte. Doch seit den späteren 80er Jahren erfreute sich dieses so großer Beliebtheit, dass das Festival zweimal jährlich ausgerichtet wird. Dabei gibt es immer einen Themenschwerpunkt wie zum Beispiel „Zauber, Magie und schwarze Nächte“ oder auch „Liebe, Lust und Leidenschaft“.


International bedeutend ist inzwischen das Kleinkunstfestival das „Kleine Fest“ im „Großen Garten Hannover“. Im deutschsprachigen Teil der Schweiz wird seit 2003 alljährlich der „Tag der Kleinkunst“ gefeiert. Zahlreiche Veranstaltungen werden dabei an verschiedenen Orten aufgeführt.

Inzwischen gibt es zahlreiche Kleinkunstpreise, die in verschiedenen Intervallen vergeben werden. Einer ist der bekannte Schweizer KleinKunstPreis, den es erst seit 1993 gibt und der mit 10.000 Franken sowie diversen Auftritten dotiert ist. Weiterhin sind zu nennen der Deutsche Kleinkunstpreis, den es bereits seit 1972 gibt oder der „Baden-Württembergische Kleinkunstpreis“ der seit 1986 der Förderung des künstlerischen Nachwuchses dienen soll und von der Regierung gestiftet ist.


Erstmals im Jahr 1996 wurde in der thüringischen Stadt Meiningen der Thüringer Kleinkunstpreis verliehen im Zuge der „Meininger Kleinkunsttage“. Die saarländische Stadt St. Ingbert vergibt seit Mitte der 80er Jahre die „St.-Ingberter Pfanne“, einen Kleinkunstpreis, der zusammen mit dem „Salzburger Stier“ und dem „Deutschen Kleinkunstpreis“ zu den wichtigsten Preisen des Genres gehört.


Volker Pispers, Georg Schramm, Priol, Hagen Rether, Reinhard Grebe, Hans Dietrich Hüsch und Dieter Hildebrand.

Volker Pispers ist ein deutscher Kabarettist, der im südniederfränkischen Dialekt spricht und schon Anfang der 80er Jahre mit Kabarett-Programmen auftrat, wie „Hamburger-Speesburger-Bundesburger“. Seither ist er mit mehreren Soloprogrammen aufgetreten und erlangte immer größere Bekanntheit. Derzeit pausiert er, während 2016 seine DVD vom letzten Porgramm „… bis neulich“ erscheint.


Georg Schramm ist ebenfalls Kabarettist und war zunächst erfolglos neben seinen hauptberuflichen Tätigkeiten unterwegs. Ein Fernsehauftritt beim „Sender Freies Berlin“ ebnete ihm den Weg als hauptamtlicher Kabarettist, was er aber 2014 aufgab. Er galt als einer der schärfsten Vertreter des politischen Kabaretts. Bekannt wurde er in seinen Rollen als Lothar Dombrowski, Oberstleutnant Senftleben und Drucker August. Als Rheinländer bei „Neues aus der Anstalt“ wurde er einem sehr großen Publikum bekannt.


Unter dem Namen Priol ist Urban Priol als Kabarettist bekannt. Auch er war bei „Neues aus der Anstalt“ dabei und präsentiert jährlich einen satirischen Jahresrückblick, der auch im ZDF übertragen wird. Hagen Rether ist ein in Rumänien und in Deutschland aufgewachsener Kabarettist, der scharfzüngiges und politisches Kabarett aufführt. Er ist oft in Sendungen zu Gast wie „Satire Gipfel“ oder „Neues aus der Anstalt“.


Dieter Hildebrand war einer der bekanntesten Kabarettisten Deutschlands und starb im Jahr 2013. Er war Mitbegründer der berühmten „Münchner Lach-und Schießgesellschaft“ und wurde vor allem durch seine Fernsehsendung „Scheibenwischer“ bekannt. Über Jahre tourte er mit Werner Schneyder durch Deutschland und Österreich und schrieb mit diesem auch die dazugehörenden Programme. 1985 trat er damit auf Einladung des DDR-Kabaretts „Leipziger Pfeffermühle“ auch in der DDR auf. Zudem trat er als Schauspieler in Erscheinung, mitunter in kurzen Rollen wie in dem Nachwendeklassiker „Go Trabi Go“ mit Wolfgang Stumph. die Liste seiner Auszeichnungen ist lang, allein in den letzten Jahren bekam er den Erich-Kästner-Preis und viele Weitere, sowie auch den „Salzburger Stier“ für sein Lebenswerk.