Künstlerische Fotografie: Mehr als nur ein Foto?

Die künstlerische Fotografie wird so beschrieben: „als künstlerische Fotografie oder Kunstfotografie werden Anwendungen fotografischer Mittel bezeichnet, bei denen ein inhaltliches oder formales Anliegen ausgedrückt werden soll“. Doch wann ist ein Foto einfach ein Foto, und wann ist es Kunst?

Der Hintergrund der künstlerischen Fotografie

Natürlich ist ein solches Foto auch „nur ein Bild“. Aber es soll eine Geschichte erzählen, ähnlich einem Gemälde. Deshalb wird ein solches Foto auch als „Werk“ bezeichnet. Denn dieses Foto soll eine Interpretation eines Momentes sein, weniger eine genaue Abbildung einer starren Wirklichkeit.

Künstlerische Fotos bestehen oft aus Serien, in denen eine Entwicklung zu sehen ist. Fotos dieser Art werden heute oft computermäßig bearbeitet, wobei die künstlerische Freiheit des Fotografen zum Ausdruck kommt.

Die Geschichte der künstlerischen Fotografie

Schon aus der Mitte des 19. Jahrhunderts sind künstlerische Fotografien bekannt. Die Teilung zwischen der angewandten und künstlerischen Fotografie hat sich besonders nach dem II.Weltkrieg herausgebildet. Zunächst war diese Fotografie an den Biedermeier angelehnt, aber in der Folge kam es zur Teilung zwischen verschiedenen Genres.

So gibt es heute die Dokumentar-und Reportagefotografie, Porträts und Industriefotos, Werbe- oder Architektur- sowie Aktfotografie, aber auch Natur-und Landschaftsfotografie, Genre- und experimentelle Fotos.

Bedeutende Vertreter der Kunstfotografie

Sind beispielsweise Ulrich Hensel, der für seine Baustellenfotos bekannt ist oder Candida Höfer, die der Richtung „Düsseldorfer Schule“ zuzurechnen ist. Ihre Arbeiten sind international anerkennt und sie zählt zu einer Gruppe Fotografen, die zur internationalen fotografischen Avantgarde gehören.

Die experimentelle Fotografie

In einigen Kunststilen wird mit experimenteller Fotografie gearbeitet: so in Surrealismus und Pop Art, zeitgenössischer Kunst und Dadaismus. Folgende Methoden werden dabei angewendet: Fotogramm und Fotografik, Schadografie und Fotomontage, Chemografie und Pseudo-Solarisation.

Auch hier gibt es bekannte Vertreter, wie Dora Maar oder Wolf Vostell. Fotocollagen-und Montagen sind ein sehr interessanter Zweig der Kunst, der ebenfalls von einigen Künstlern bekanntermaßen angewendet wird, wie Edith Lechtape oder Klaus Staeck.

Eine große Ehre für Nachwuchsfotokünstler ist der Vergabe des „Dr.-Berthold-Roland-Fotokunstpreises“, der aus Anlass seines 80. Geburtstages am 24.2.2008 von der Rheinland-Pfalz-Bank gestiftet wurde. Der mit 2.000 Euro dotierte Preis wird aller zwei Jahre vergeben.

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