Die Geschichte des Kunsthandels bzw. Kunstmarktes

Alle Plattformen und Möglichkeiten, in denen heute Bildende Kunst gekauft und verkauft werden kann, werden in ihrer Gesamtheit als Kunstmarkt bezeichnet. Ist der Markt (z.B. eine Galerie) nicht allzu groß, wird unterschieden – entweder in Malerei, Bildhauerei oder Grafik, oder in die Stilrichtung bzw. Zeiteinteilung, wie Klassische Moderne, zeitgenössisch (ab dem II. Weltkrieg) etc. 

Der Wert von Kunst 

Da ein Kunstwerk, vom reinen Materialwert abgesehen, nur schwer in Geldbeträgen bewertet werden kann, bestimmen der Markt bzw. die Nachfrage bei Kunst ganz besonders den Geldwert. Warum Kunst erworben wird, kann viele verschiedene Ursachen haben. Zum Beispiel, weil der Käufer einen Künstler fördern möchte oder er dessen Bilder ganz besonders toll findet und sie deshalb in möglichst großer Zahl besitzen will; als Statussymbol oder Wertanlage, in der Hoffnung einer hohen Wertsteigerung o. ä. 

Die Veränderung der Museenlandschaft 

Viele Orte, an denen Kunst öffentlich und ohne Gewinnabsicht ausgestellt wurde, geraten zunehmend in finanzielle Nöte, weshalb solche Orte eine Tendenz zur Privatisierung zeigen. Da Kunstwerke häufig aus Wertanlage- bzw. Spekulationsware erworben werden, wird es für Museen immer schwerer, Kunstwerke anzukaufen. Die privaten Sammler führen mitunter ihre Errungenschaften in Stiftungen ein, und bestimmten so oder als Leihgeber, was in den Museen gezeigt wird. 


Markttrends der Kunstszene finden außer in speziellen Zeitschriften oder Medienplattformen medial kaum statt. So umgibt die Kunstszene und den entsprechenden Markt eine Art von Glasglocke, in den nur schwer Außenstehende eindringen können. 

Preisbildung und mehr – der Kunsthandel und sein Wert 

Wie eingangs erwähnt, ist es sehr schwer, den Wert eines Kunstgegenstandes festzulegen. Dennoch wird derzeit angenommen, dass der internationale Kunstmarkt einen Wert von rund 45 Milliarden Euro hat. Schwierig macht es die Tatsache, dass sich der Wert eines Kunstwerkes bzw. des Künstlers danach richtet, welche Ehrungen er erhält, oder wie viel Interessierte es an seinen Werken gibt. Andererseits kann es jederzeit sein, dass eine Kunstrichtung regelrecht in Mode kommt, und sich daher bestimmte Künstler plötzlich großer Beliebtheit und einer beträchtlichen Marktwertsteigerung erfreuen können. 


Ein großer Teil von Galerien macht Verluste und muss damit leben, dass die Kunstwerte, ähnlich Aktien, auch zu großen finanziellen Risiken führen können. Außerdem ist der Kunsthandel ein beliebtes Relikt für Steuerflucht und Geldwäsche. 

Wer ist am Kunsthandel beteiligt?

Natürlich zunächst der Künstler, der freischaffend tätig ist. Außerdem eventuell ein Kunstagent, dessen Beruf sich vor etwa 100 Jahren entwickelte. Dieser übernimmt die Vermittlung zwischen Künstler und Galerist, Museen und Sammlern, und arbeitet zumeist auf Honorarbasis oder mit Erfolgsprovision. 
Der Galerist wiederum ist der Händler, der vom Kunsthandel lebt. Er entwickelt dafür ein bestimmtes Konzept und hofft auf den „Fund“ eines jungen Künstlers, der in der Zukunft unter Beteiligung des Galeristen finanziellen Erfolg hat. Weiterhin beteiligt können sein: Kunstkritiker und Experten von Auktionshäusern, die sich für die Werke interessieren, Kunstberater, und die Kuratoren und Direktoren von Museen und ähnlichen Einrichtungen.