Kunst schaetzen lassen: So wird der Wert von Kunst berechnet

In den letzten Jahren gab es mehrere Preissprünge bei Verkäufen und Auktionen von Kunstobjekten. Demzufolge verwundert es nicht, dass sich viele Meldungen über hohe Preise fast überschlagen. Immer mehr Spekulanten versuchen ihr Glück mit Kunst – und der ideele Wert, die Kunst an sich, treten dadurch in den Hintergrund. 

Kunstschätzung: Wie beurteilt man den Wert von Kunst?

Auf der Jagd nach hoher Rendite heißt es, den Künstler herauszufinden, der in den nächsten Jahren den besten Wertzuwachs verheißt. Doch wie findet man diesen? Inzwischen gibt es sogenannte Kunstindizes, die versuchen, dem Ganzen mit finanzwirtschaftlichen Methoden beizukommen. 
Werteentwicklungen innerhalb der Stilrichtung oder auch der Gattung des Kunstwerkes sind dabei sogar für leidenschaftliche Sammler interessant, die gern mal darauf schauen, was mit den gewünschten Kunstwerken angeblich in den nächsten Jahren geschieht. 


Kunstwerke sind noch schwerer zu beurteilen als Wertpapiere, denn bei der Kunst ist noch nicht einmal klar, welchen Wert sie hat, wenn das Stück neu erschaffen wurde, oder gar, welches es einmal haben wird, wird der Künstler zwanzig Jahre später in der Versenkung verschwunden sein wird, oder aber weltberühmt. 

Kunst schätzen lassen: Steigerung des Wertes von Kunst berechnen

Die Indizes haben mit einer weiteren hohen Hürde zu rechnen: sie sind auf Zahlen angewiesen, aber selten gibt ein Kunsthändler zu, welches Summen über den Ladentisch gingen. Am häufigsten wird daher darauf gesetzt, den Durchschnittspreis aller in einem Jahr verkauften Werke eines Künstlers zu berechnen. Unter Umständen wird dabei noch zwischen bestimmten Gattungen des Künstlers unterschieden, wie Gemälde oder Fotos.

Anders gehen die New Yorker Finanzökonomen Jianping Mei und Michael Moses vor. Sie werten den Verkaufspreis von Einzelstücken aus, die mehrmals hintereinander verkauft wurden. Ein Beispiel dafür ist der Kauf eines in Formaldehyd eingelegten Haifischs. Der hatte im Jahr seines ersten Verkaufs 50.000 Pfund gebracht und ein paar Jahres später 12 Millionen Dollar. 


Eine dritte Variante sind Berechnungsmethoden, die auch bei anderen Sammlerobjekten zum Einsatz kommen. Dabei sollen in die Berechnungen Dinge wie Technik der Herstellung oder Format Einzug halten. Auch Herkunft und Erhaltungszustand sind von Bedeutung. Genaueres ist dazu aber nicht bekannt. 
Im Hochpreis-Bereich der Kunst werden diese Indizes immer öfter genutzt, so ein Experte der Kunstszene. Doch das sagt nichts darüber aus, wie wirkungsvoll oder sicher diese sind. Doch ein anderes, besseres und sichereres Verfahren über die Preisentwicklung von Kunst gibt es bislang nicht. Man bleibt also als Käufer darauf angewiesen, eine Spürnase dafür zu entwickeln und zu nutzen.