So arbeitet eine Kunststiftung


Bei einer Kunststiftung handelt es sich um eine Einrichtung, die sich für Kunstwerke einsetzt. Dabei geht es um den Erwerb und die Schöpfung von Kunstwerken, die dann zumeist in Ausstellungen gezeigt werden. Eine solche Stiftung kann aus privaten oder öffentlichen Mitteln finanziert sein, oder auch einer Mischung aus beidem. Sie kann sich beispielsweise darum bemühen, das Erbe eines verstorbenen Künstlers zu bewahren oder Ankäufe für öffentliche Sammlungen finanzieren. Dabei werden Künstler aus den Bereichen der darstellenden, angewandten oder bildenden Künste berücksichtigt. Außerdem gehören Film und Musik sowie Literatur dazu. Zudem vergeben Kunststiftungen auch Zuschüsse zum Lebensunterhalt, wie Stipendien oder Kunstförderpreise o. ä. Die Stiftungen organisieren Vorträge und Lesungen, Konzerte und mehr, um Geld für ihre Projekte einzusammeln.


Außerdem kann als Kunststiftung auch ein Kunstwerk bezeichnet werden, das als Dauerleihgabe einer Sammlung überlassen wird, mit dem Ziel, dieses zu bewahren. Die Werke werden dadurch öffentlich zugänglich gemacht. Dafür wird unter Umständen ein eigenes Stiftermuseum gegründet, oder auch eine Ausstellung in einem bestehenden Museum ins Leben gerufen.


Bedeutende deutsche Kunststiftungen

Unter den vielen deutschen Kunststiftungen befindet sich beispielsweise die Kulturstiftung des Bundes in Halle an der Saale. Sie wurde 2002 gegründet und ist eine der größten Kulturstiftungen Europas. Der Jahresetat beträgt rund 38 Millionen Euro; damit werden aktuell rund 2.000 Projekte gefördert. Laut der Satzung werden Kunst und Kultur in der Zuständigkeit des Bundes gefördert, wobei es vor allem um innovative Projekte im internationalen Kontext geht. Die Projekte können sowohl in Deutschland als auch im Ausland zu sehen sein.


Eine Stiftung mit ganz anderen Zielen ist die Ernst von Siemens Musikstiftung mit Sitz in Zug (Schweiz), die 1972 ins Leben gerufen wurde. Die Geschäftsleitung befindet sich in München. Hauptsächlich kümmert man sich dort um die Verleihung des gleichnamigen Preises, der an eine „Person des zeitgenössischen Musiklebens“ geht. Das Lebenswerk des Preisträgers ist nicht festgelegt – Musiker oder Komponist, Interpret oder Musikwissenschaftler – sie alle sind dafür prädestiniert. Der Preis ist mit 250.000 Euro dotiert; außerdem werden Förderpreise an junge Komponisten und Musiker vergeben. Eine weitere Arbeit der Stiftung ist die finanzielle Unterstützung von Projekten und Institutionen. Nach eigenen Angaben handelt es sich bei dem Preis um den „Nobelpreis für Musik“.


Eine weitere erwähnenswerte Stiftung ist die „Kurt- Wolff-Stiftung zur Förderung einer vielfältigen Verlags-und Literaturszene“. Ihren Namen hat sie durch den Verleger Kurt Wolff erhalten, und hat ihren Sitz im „Haus des Buches“ in Leipzig. Die Stiftung wurde erst im Jahr 2000 gegründet. Beteiligt waren unabhängige Verleger sowie der damalige Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, Michael Naumann. Die Finanzierung erfolgt aus Fördermitteln des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, der Bundesregierung und des Freistaates Sachsen sowie der Stadt Leipzig.


Eine weitere Stiftung ist die „Kunststiftung Poll“, die sich in Berlin befindet. Dort wurde sie 1986 ins Leben gerufen. Ziel ist die Förderung figurativer Kunst des 20. Jahrhunderts. Künstlerische Werke des Realismus sollen der Öffentlichkeit zugänglich bleiben und fachkundig betreut werden. Die Stiftung besitzt seit einiger Zeit Museumseigenschaft und kümmert sich um die künstlerischen Nachlässe verschiedener Künstler wie Hermann und Christel Poll.