Was ist ein Kupferstich

Der Kupferstich ist ein grafisches Tiefdruckverfahren, bei dem das Bild mittels eines Grabstichels in die Kupferplatte gegraben wird. Will man dann mit einer Presse drucken, nehmen die entstandenen Linien die Farbe der Walze auf. Da die Art des Kupferstichs aus der Metallverarbeitung kam, zum Beispiel um Waffen zu verzieren, waren die ersten Kupferstecher Goldschmiede. Die ersten Anwendungen liegen im frühen 15. Jahrhundert. Frühe Kupferstiche sind fast immer Abbildungen von bestehenden Kunstwerken. Albrecht Dürer gehörte der neuen Generation an, die den Kupferstich als eigenständiges Kunsthandwerk erlernte und revolutionierte.

So wird der Kupferstich hergestellt

Die benötigte Kupferplatte sollte zwischen 1 und 3 Millimeter stark sein. Sie muss geschliffen und poliert werden. Mittels des erwähnten Grabstichels wird die Zeichnung dann Linie für Linie von der seitenverkehrten Zeichnung übertragen. Gegenüber dem Holzschnitt ist eine größere Formenvielfalt möglich, da fließende Übergänge durch die Linien entstehen. Der Arbeitsaufwand gilt als sehr hoch; und selbst Meister ihres Faches brauchen für ein Blatt mitunter Wochen und Monate.


Schließlich wird die Druckerschwärze auf das erwärmte Metall gegeben. Die Wärme sorgt dafür, dass die Druckfarbe in die feinsten Linien läuft und diese abbildet. Dann wird die Platte gesäubert, und nur die Farbe in den Linien bleibt zurück. Der Druck an sich erfolgt mit einer Walzenpresse, die das angefeuchtete Papier mit der Farbe versieht.

Ist die Kupferplatte in sehr guter Qualität hergestellt, sind etwa 200 Abzüge möglich, die eine hohe Druckqualität haben. Weitere mehrere 100 Abzüge sind möglich, deren Qualität nicht ganz so gut ist. In der Folge verflachen die Abzüge immer mehr.

Die Bedeutung des Kupferstichs

Heute ist der Kupferstich „nur“ noch für Künstler interessant, doch in der Renaissance war er ein Mittel zur Illustration von Büchern. Bekannte Kupferstecher waren zum Beispiel Johann Heinrich Löffler oder Israhel van Meckenem. Übrigens hat der Kupferstich Pate gestanden für die Redewendung des „Abkupferns“, was für eine Kopie oder ein Plagiat verwendet wird, da dies die damalige Möglichkeit einer Kopie (den Druck) darstellte.