Legendär und spurlos verschwunden: Das Bernsteinzimmer

Der Grundstein für die wohl luxuriöseste Legende der Welt wurde gelegt, als der Preußenkönig Friedrich I. einen Raum in Auftrag gab, der sein Berliner Stadtschloss auf ganz besondere Art und Weise verschönern und der mit großartigen Elementen aus Bernstein verziert werden sollte. So kam es dann auch. Allerdings griff die Historie schließlich mit aller Macht ein, denn seit dem Zweiten Weltkrieg ist und bleibt das legendäre Bernsteinzimmer verschollen.

Entree KatharinenpalastAls „Achtes Weltwunder“ bezeichnete man sogar das Bernsteinzimmer, das ursprünglich für das Charlottenburger Schloss bestimmt war. Der Bildhauer und Architekt Andreas Schlüter entwarf jene Wandvertäfelungen und einige der Möbel, die später in die Historie eingehen sollten. Aus kompletten Bernsteinarbeiten bestanden diese großartigen Kompositionen, die von Gottfried Wolffram, dem dänischen Bernsteindreher, gefertigt und später von den Danziger Bernsteinmeistern Gottfried Turau und Ernst Schacht weitergeführt wurden.

Zar Peter der Große bewunderte anlässlich seines Besuches in der preußischen Residenz die luxuriösen und kunstvollen Arbeiten, für die der damalige „Soldatenkönig“ Friedrich Wilhelm I. wenig übrig zu haben schien. Stattdessen ließ dieser sich im Jahr 1716 auf einen Austausch von Geschenken im Rahmen der Allianzbesiegelung gegen Schweden ein und übergab das Bernsteinzimmer dem Zaren.

Der Tausch des atemberaubenden Kulturgutes gegen die „Langen Kerls“ schlug Wellen, insbesondere als das Bernsteinzimmer abtransportiert und zunächst im Winterpalast, dann in Zarskoje Selo im Katharinenpalast wieder aufgebaut und sogar mit Hilfe von vergoldeten Schnitzereien und wertvollen Spiegelpilastern kunstvoll erweitert wurde.

Das Bernsteinzimmer bleibt verschollen

Während des Zweiten Weltkrieges beschlagnahmte man den Katharinenpalast, demontierte im Oktober 1941 das Bernsteinzimmer und baute es im Königsberger Schloss wieder auf. Ein Brand im Ausstellungsraum erforderte 1944 die Demontage und man vermutet heute, dass die wertvollen Wandverkleidungen im Keller des Schlosses eingelagert wurden.

Doch seit der Zeit der Luftangriffe und weiterer Kriegswirren ist das Bernsteinzimmer verschollen. 1945 wurde das Schloss stark beschädigt und schließlich im Jahr 1968 abgerissen. Hier sollte ein großer Gebäudekomplex entstehen, der aber aufgrund von Statikproblemen nie fertigstellt werden konnte. Man vermutet sogar, dass sich möglicherweise in den tiefer gelegenen Kellerräumen, die bis heute noch nicht freigelegt wurden, Teile des Bernsteinzimmers befinden könnten.

Seither ranken sich die wildesten Spekulationen um diesen „Goldenen Bernsteingral“ und immer noch suchen Privatforscher nach den Wandtafeln, die die Generationen beschäftigen. Einige vermuten sie im Bergischen Land, andere im Erzgebirge, und auch Österreich spekuliert über den Verbleib.

Das harzige Gold aus längst vergangenen Jahrmillionen

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Doch was fasziniert die Menschen so an diesem wunderbaren Material, dem sonniges Gegenlicht Leben einzuhauchen scheint und das immer wieder die unikate Basis für edle Schmuckstücke liefert? Schließlich handelt es sich doch „nur“ um fossilen Harz, der die Jahrtausende unbeschadet überstand. Bereits in vorgeschichtlicher Zeit schmückten sich die Herrscher mit diesem, in vielen Schattierungen glänzenden Stein.

Manche, in Ägypten gefundene Kostbarkeiten sind sogar mehr als 6.000 Jahre alt. Noch eindrucksvoller wird es, wenn der goldgelbe Stein gut erhaltene Inklusionen von fossilen Pflanzen oder Tieren präsentiert, die auf diese Weise vielleicht sogar die Jahrmillionen unbeschadet überdauert haben.

Schmuckstücke, die begeistern

Mehr als 80 Bernsteinarten sind weltweit bekannt, darunter Succinit, Stantienit, Beckerit, Glessit und Gedanit. Desweiteren unterscheidet man bei der Schmuckherstellung zwischen Rohbernstein, Press- und Echtbernstein. Zahlreiche Museen der Welt präsentieren jene Arbeiten von unschätzbarem Wert, die bereits in der Steinzeit als Tauschobjekte genutzt wurden.

Filigrane Arbeiten fanden sich in Grabmälern, in der Antike nutze Kaiser Nero Bernstein zu Repräsentationszwecken, und aus dem Mittelalter stammen jene atemberaubenden Kunstwerke, die sogar dazu führten, dass das private Sammeln und der Verkauf von Bernstein in besonderen Fällen mit der Todesstrafe geahndet wurde.

Und auch heute hat der Mythos, der sich um den Bernstein rankt, nichts von seiner Faszination verloren. Meist wird er behutsam von Hand bearbeitet, geschliffen und geformt und etwa in filigrane Halsketten eingearbeitet. Eine wahrhaft luxuriöse Komposition entsteht aus Bernstein und Gold oder bei Schmuckstücken aus Platin, die dem Bernstein aufs Vortrefflichste zu huldigen wissen.

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