Markus Lüpertz, der Malerfürst

Markus Lüpertz kam am 25. April 1941 in Reichenberg zur Welt, sieben Jahre später übersiedelte er mit seiner Familie ins rheinländische Rheydt. Sein Faible für die Kunst wollte er in einer Ausbildung festigen, doch sein damaliger Lehrherr entließ ihn, weil er als Maler von Weinflaschenetiketten zu wenig Talent zeigte.

Doch das beeindruckte Lüpertz wenig. Stattdessen entschloss er sich zunächst zu einem Studium bei Laurens Goosens von 1956 bis 1961 an der Werkkunstschule Krefeld.

Anschließend beschäftigte er sich während eines Studienaufenthaltes im Kloster Maria Laach mit der Kreuzigungsthematik. Ein Semester verbrachte er an der Kunstakademie Düsseldorf, das jedoch mit seiner Exmatrikulation letztendlich deshalb endete, weil sich ein Professor über Lüpertz „Cowboy am Lagerfeuer" echauffierte. Zwar musste Markus Lüpertz die Akademie verlassen, doch hielt es ihn nicht davon ab, als freischaffender Künstler zu arbeiten.


Markus Lüpertz: Die Basis für den Erfolg



Wie aus Protest gegen die gesellschaftlichen Konventionen, verpflichtete er sich als Fremdenlegionär in Frankreich, desertierte jedoch, bevor er nach Algerien gehen sollte. 1962 siedelte er nach West-Berlin über. Seine malerische Laufbahn bekam Aufwind, und er gründete mit anderen Künstlern im Jahr 1964 die Galerie „Großgörschen 35" in Berlin-Schöneberg. Noch heute gilt sie als eine der ersten Produzentengalerien.

Die Mitglieder waren facettenreich in ihren künstlerischen Darstellungen und verzichteten, wie z.B. in anderen Zusammenschlüssen üblich, auf ein einheitliches und in einem Gründungsmanifest dargelegten Programm.

Allerdings waren sie sich einig darüber, dass sie gemeinsam an der „Überwindung gängiger Marktstrategien" arbeiten wollten (Zitat: Franz-Rudolf Knubel, 1989).


Zwischen 1989 und 1990 kreierte Markus Lüpertz diverse Fenster für die Kathedrale Saint-Cyr-et-Sainte-Julitte im französischen Nevers. Für die Kölner Kirche St. Andreas stellte er 2007 sieben Glasfenster im südlichen Querhaus fertig, im Jahr 2010 weitere fünf Fenster im nördlichen Marienchor. Er lieferte Entwürfe für die Lübecker Marienkirche und die Dorfkirche von Landsberg-Gütz. Er gestaltete Kirchenfenster für die Evangelische Marienkirche, Lippstadt, u.a. auch das „Reformationsfenster", das 2017 anlässlich des Jubiläums „500 Jahre Reformation" vorgestellt wurde.

Markus Lüpertz: Wegweisende Stationen

Der Baden-Badener Kunsthallendirektor Klaus Gallwitz präsentierte 1969 in seiner Talentschau 14x14 erste Werke von Markus Lüpertz. Ein Jahr später erhielt dieser den Preis der Villa Romana und verbrachte in dem Zusammenhang ein Stipendium-Jahr in Florenz. Zu diesem Zeitpunkt war das Thema Faschismus allgegenwärtig, mit dem auch Lüpertz sich beschäftigte. Er kehrte nach Berlin zurück und organisierte dort 1974 die 1. Biennale Berlin. Im Jahr 1973 war er überdies als Gastdozent in Karlsruhe tätig und nahm schließlich 1974 die Professur für Malerei an, die ihn bis 1986 an die Staatliche Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe führte. Zwischenzeitlich übernahm er 1983 eine Professur an der Salzburger Sommerakademie.

Im Jahr 1986 kehrte er nach Düsseldorf zurück. Dort erhielt er die Professur an jener Akademie, die ihn viele Jahre vorher ausgewiesen hatte. Zwei Jahre später wurde Lüpertz dann sogar zum Rektor der Kunstakademie Düsseldorf berufen. Mehr als 20 Jahre leitete er mit großem Erfolg eine der bekanntesten deutschen Akademien und besetzte in dieser Zeit zahlreiche Posten mit renommierten, internationalen Künstlern, etwa Penck, Kounellis, Trockel, Immendorff, Cragg, Herold, Wall, und Oehlen. Als Markus Lüpertz im Jahr 2009 aus der Akademie verabschiedet wurde, übernahm Tony Cragg seinen Posten als Rektor.

Die Werkschau des Markus Lüpertz

So vielfältig wie sein künstlerischer Werdegang sind auch die Kunstwerke selbst. Markus Lüpertz stellt seine Fähigkeiten immer wieder facettenreich zur Schau – ob in Form von Gemälden, Skulpturen oder beispielsweise durch die Gestaltung von Kirchenfenstern. Bekannt ist sein Ölgemälde „Das „Krähen"-Frühstück" aus dem Jahr 1990, das, einem Stillleben gleich, in Erdfarben, Schwarz und Grau entstand.


Zu seinen neueren Arbeiten zählen „Die drei Grazien" (2017) und „Zwei von drei Grazien" (2017) – bunte Motive, die gleichzeitig nachdenklich machen und zum Schmunzeln anregen. Im Jahr 2005 entstanden die ebenfalls farbigen Werke „Mozart" und „Paris" als Radierungen und Holzschnitte. Die Bronze-Skulptur „Kopf des Mozart" (2005) lehnt sich thematisch an die Radierungen und Holzschnitte an. Weitere bekannte Skulpturen aus dem Portfolio von Markus Lüpertz sind „Daphne" (2002), „Frauenkopf (Kopf meiner Mutter)" (1987), „Trojanisches Pferd" (2016) und „Neptun" (2015). Eine weitere Lüpertz-Kreation ist der 1986 entstandene „Paravent" – ein dreigeteiltes Kunstwerk, dessen rechter und linker Teil in Acryl gestaltet wurde, während der mittlere Part aus einer bemalten Leinwand besteht.


Zwischen 1989 und 1990 kreierte Markus Lüpertz diverse Fenster für die Kathedrale Saint-Cyr-et-Sainte-Julitte im französischen Nevers. Für die Kölner Kirche St. Andreas stellte er 2007 sieben Glasfenster im südlichen Querhaus fertig, im Jahr 2010 weitere fünf Fenster im nördlichen Marienchor.


Er lieferte Entwürfe für die Lübecker Marienkirche und die Dorfkirche von Landsberg-Gütz. Er gestaltete Kirchenfenster für die Evangelische Marienkirche, Lippstadt, u.a. auch das „Reformationsfenster", das2017 anlässlich des Jubiläums „500 Jahre Reformation" vorgestellt wurde.

 

Hauptwege und Nebenwege

Dass Markus Lüpertz zu den größten Künstlern der Gegenwart zählt, ist unbestritten. Lüpertz begeistert und polarisiert gleichzeitig. Das demonstrierte beispielsweise seine große Retrospektive „Hauptwege und Nebenwege", die im Jahr 2009 in der Bundeskunsthalle stattfand und das umfangreiche Wirken des Künstlers zwischen 1963 und 2009 präsentierte.

In einem Interview macht Lüpertz seine ganz persönliche Einstellung zu seinem Wirken und seinen Werken deutlich: „[…]aber wissen Sie, als Künstler darf man ja Arkadien leben. Ich bin ja nicht gehalten, mich an die Realität zu halten. Das ist nun etwas, was der Künstler nicht unbedingt braucht[…]".


Der Fokus liegt auf Markus Lüpertz

Markus Lüpertz ist „enfant terrible" und „Malerfürst" zugleich. Die Person, die ursprünglich noch nicht einmal die Etiketten für Weinflaschen gestalten durfte und zunächst von der Kunstakademie Düsseldorf flog, ist heute einer der bekanntesten deutschen Künstler. Er blieb und bleibt sich selbst und seinen Einstellungen treu und scheut sich nicht, dies immer wieder mitzuteilen. Lüpertz eckt an und Lüpertz vereint.


Er schafft Harmonie und bringt den Betrachter gleichzeitig mit malerischen oder skulpturellen Dissonanzen genau dorthin, wo er ihn haben möchte: zum Nachdenken. Lüpertz ist Schüler und Lehrer zugleich. Er scheut sich nicht vor Konfrontationen und ist gleichzeitig bereit – meist noch mit einem ironischen Schmunzeln –, sogar ganz Persönliches von sich preiszugeben. Man muss nur in der Lage sein, aufmerksam hinhören und hinsehen zu können.  

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