Realismus: Eine bedeutende Kunstauffassung

Der Realismus in der Kunst wurde Mitte des 19. Jahrhunderts als Gegensatz zu Klassizismus und Romantik aufgefasst. Der Begriff leitet sich vom lateinischen „realis“ – die Sache betreffend – ab. In der Strömung des Realismus geht es um die Alltäglichkeit und Sachlichkeit, die im Kunstwerk wiederkehren soll.

Welche politischen Hintergründe führten zum Realismus in der Kunst?

Die Widersprüche gesellschaftlicher Verhältnisse sowie Konflikte in der Politik führten zu dieser Strömung, die sich dem Alltag und der Gesellschaft widmet. Es geht um realistische Darstellungen, die ohne Wertung und persönliches Empfinden in die Malerei eingehen.

Ein Teil, der nach dem Ersten Weltkrieg entstand, wurde „Magischer Realismus“ genannt, da die Gegenstände und Menschen überscharf dargestellt wurden. Hier geht es um Gesellschaftskritik. Zu dieser „Neuen Sachlichkeit“ gehören bekannte Namen wie Otto Dix oder Käthe Kollwitz.


Doch es gab auch den American Scene, der die amerikanische Strömung dieser Art in den 20er und 30er Jahren darstellt. Auch hier ging es um Wirklichkeitsnähe, aber man grenzte sich von den Tendenzen der europäischen Moderne ab.

Schließlich folgte der Sozialistische Realismus, der in der Sowjetunion nach 1939 entstand. In der Folge wurde der Klassenkampf zum Gegenstand von Kunst in der UdSSR und der DDR. Arbeiter und Bauern waren die vorherrschenden Motive. Zu den bekanntesten Künstlern gehörte dabei Willi Sitte.

Merkmale und Technik des Realismus

Als Vorreiter der Techniken um den Realismus in der Malerei gilt der Franzose Gustave Courbet. Der Malstil hat sich allerdings in verschiedene Richtungen geteilt. Dargestellt wird die ungeschönte Wirklichkeit, oftmals auch Technik, wie zum Beispiel ein Traktor.

Jedoch wurden die Vorreiter für diese fast fotografische Darstellung zunächst verlacht. Ein gutes Werk des Realismus zeichnet sich dadurch aus, dass es eine möglichst hohe Übereinstimmung von Abbildung und Realität gibt. Die Farbgebung soll ebenso der Natürlichkeit entsprechen, wie die Darstellung an sich.

Viele berühmte Künstler (meist Dichter) dieser Zeit kritisierten die Malerei im Stil des Realismus als mangelnde kreative Leistung. Heute können solche Bilder einfach gemalt werden, indem durch verschiedene technische Hilfsmittel (wie Computer oder Dia-Projektor) die Motive auf die Leinwand projiziert und dort nachgemalt werden können.

Künstler und Werke des Realismus in der Malerei

Zu den bekanntesten Künstlern des Realismus gehört Max Liebermann. Zum Ausdruck kommt dies vor allem in einer Reihe Selbstporträts. Ein weiteres Werk Liebermanns ist der „Wannseegarten“ von 1926. Andere Vertreter waren Wilhelm Leibl und Joseph Oppenheimer. Werke von Oppenheimer sind beispielsweise die „Dolomitenlandschaft“ oder „Bunte Blumen in einer Vase“.

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Künstler und Werke der Renaissance
Minimalismus – ist weniger oft mehr?
 

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Montag, 23. Oktober 2017


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