Die Geschichte der russischen Avantgarde

Unter dem Begriff der russischen Avantgarde wird eine künstlerische Zeit in Russland zusammengefasst, die sowohl die Literatur als auch die Bildende Kunst und Musik umfasst. Außerdem gehörten zahlreiche künstlerische Arbeiten am Theater dazu, von Plakatentwürfen über Bühnenbilder bis zu Kostümentwürfen. 

Die zeitliche Einordnung der russischen Avantgarde

Etwa ab 1905 ca. 30 Jahre lang war diese Kunstrichtung präsent. Es ging den Künstlern darum, die traditionellen und volkstümlichen Richtungen beizubehalten, diese aber zu modernisieren und sich an der aktuellen französischen Richtung der Kunst zu orientieren. Es entstanden verschiedene Kunstrichtungen wie Konstruktivismus und analytische Kunst, um nur einige Beispiele zu nennen. 

Die geschichtliche Bedeutung der russischen Avantgarde

Aus den Ausstellungen jener Zeit bildeten sich Künstlergruppen, die die jeweilen Namen übernommen hatten wie „Karo-Bube“ oder „Eselsschwanz“. Vertreter waren beispielsweise Natalia Gontscharowa oder Aristarch Lentulow. Die Kunstrichtung und die Bolschewiki jener Zeit unterstützten sich gegenseitig. Bekannte Vertreter der Kunstrichtung wurden auf die Lehrstühle der Kunsthochschule in Moskau berufen. Unbestritten ist der Einfluss der russischen Avantgarde auf die heutige westliche Kunst. Nach Stalins Machtübernahme brachen für die Künstler jener Richtung schlechte Zeiten an – sie wurden verboten und flüchteten zu großen Teilen in den Westen. 

Technik und Merkmale der russischen Avantgarde

In Technik und diversen Merkmalen wird der russischen Avantgarde eine Verbindung zur Bauhaus-Epoche nachgesagt. Wichtig für die Stilrichtung sind die Abstraktion und die sogenannte gegenstandslose Kunst. Es ging den Künstlern um die Nähe der Kunst zu Stadt und Technik und zunehmend um Veränderungen der bestehenden Künste. Erstmals erschienen auch die Künstler in auffälliger Mode, deren Inszenierung zu ihrer Kunstrichtung gehörte.

Personen und Werke der russischen Avantgarde

Bei der Bildenden Kunst waren es Namen wie Chagall oder Kandinsky sowie Malewitsch, die äußerst bekannt wurden. Im Bezug auf die Literatur war der bekannteste Vertreter Andrej Belyj. Auch in Musik und Film kam diese Art der Kunst zum Ausdruck – der Filmproduzent Dsiga Wertow war ein bekannter und bekennender Mann der Zeit. Alexander Mossolow gehörte mit seinem Musikschaffen ebenfalls dazu. Bekannte Werke sind das „Schwarze Quadrat“ oder „Der Schnitter“.