Wandmalerei: War das schon Kunst?

Als eine der ältesten bekannten Kunstmethoden ist die Wandmalerei bekannt. Dabei wird das Bild so gemalt, dass es fest mit der Wand verbunden ist und nicht ortsverändert werden kann. Bei der Wandmalerei unterscheiden Experten zwischen der strengen Wandmalerei, bei der das Flächige der Wand erhalten und betont wird. Bei illusionistischer Wandmalerei wird der Eindruck von Dreidimensionalität erzeugt. 


Der Anfang der Geschichte 


Wie die Historiker herausfanden, gab es die ersten Wandmalereien in Form von Höhlenmalerei schon etwa 31.500 Jahre vor Christi. Viele Wandmalereien findet man auch in den Grabkapellen der Alten Ägypter, die von religiöser Bedeutung sind. Aber auch Profanbauten der gleichen Zeit wurden mit Wandmalereien verziert, wenngleich diese wenig geschützt waren und deshalb heute fast nicht mehr erhalten sind. In der Zeit zwischen 3.000 und 1.550 v. Ch. gibt es auch schon Gemälde zu dekorativen Zwecken, wie von Pflanzen und geometrischen Figuren. 


Ähnliche Funde in Vorderasien und der Ägäis belegen, dass auch hier die Wandmalerei üblich war. Aus der griechischen Antike sind leider nur wenige Zeugnisse der Zeit der erhalten, wenngleich belegbar ist, dass um 400 v. Ch. die Malereien auf alle Fälle existierten. 


Im Römischen Reich war es eine Frage des guten Standes, sich das Haus anmalen zu lassen. Dies war zu Zeiten um etwa 200 n.Ch. Der bekanntermaßen auf das Jahr 79 datierte Ausbruch des Vesuvs, der Pompeji unter sich begrub, schloss die Stadt luftdicht ab, was zu vielen erhaltenen Wandgemälden führte, die später entdeckt wurden. Die seit dem 18. Jahrhundert angefangenen Ausgrabungen haben jedoch unwiederbringliche Wandgemälde zerstört, als diese unsachgemäß geborgen wurden. Später in der Geschichte wurde die Wandmalerei oft durch Mosaike ersetzt.

Die jüngere Geschichte 


Überspringt man einmal die folgenden Jahrhunderte, so kommt man in der „Neuzeit“ an und findet viele bekannte Wandmalereien vor, wie „Das letzte Abendmahl“ von Leonardo da Vinci. Ebenfalls weltberühmt ist die Sixtinische Kapelle von Michelangelo. Das im 16. Jahrhundert entstandene Meisterwerk umfasst 520 Quadratmeter. 


Zu Zeiten des Barock wurde die Deckenmalerei besonders beliebt. Später kam eine andere Sonderform der Wandmalerei zum Tragen, die heute noch in einigen süddeutschen Landstrichen in Mode ist: die Lüftlmalerei. Im sozialistischen Realismus wurde die Wandmalerei ebenfalls wiederbelebt. Meist waren es Bilder mit politischen Botschaften, die Wände im Außen- wie Innenbereich verzierten. Öffentliche Räume wie Betriebskantinen oder Schulhausflure waren damit geschmückt. Heute ist eine besondere Art der Wandmalerei bekannt: Graffiti. Hierbei gibt es große Meister, auch wenn sie oft auf verbotene Flächen hantieren und damit Schaden anrichten. 


Die Wandmalerei kennt verschiedene Techniken, wie al fresco, bei der die Farbe auf frischen Putz aufgetragen wird und mit ihm gemeinsam trocknet. Oder al secco, wo der Farbauftrag auf dem trockenen Putz erfolgt. Schließlich kann auch im Atelier auf eine Leinwand gemalt werden, die dann vor Ort aufgeklebt wird. Heute nur noch selten angewendet wird die Holzmodel-Druck-Technik, die durch digitale Techniken ersetzt wurde.