Supersportler Wiesmann MF5 Roadster mit 555 PS

Wer den Begriff "Roadster" hört, denkt in der Regel zuerst an zweisitzige Sportwagen britischer Edelmarken wie MG, Jaguar oder Triumph. Bei deutschen Roadstern fahren der Porsche 356 oder 550 Spyder vor dem inneren Auge vorbei sowie der Mercedes 300 SL. Mit dem Namen Wiesmann können nur wenige Kenner etwas anfangen, was nicht verwunderlich ist, denn die Wahrscheinlichkeit, einen der handgefertigten Wagen zufällig auf der Straße zu entdecken, dürfte im Promillebereich liegen. Was schade ist, denn ein Supersportler wie der Wiesmann MF5 Roadster ist eine echte Augenweide.

Fehlender Mythos

Anders als etwa Porsche fehlt der Marke Wiesmann eine entscheidende Sache – der Mythos. Von 1988, als das Unternehmen gegründet wurde und zunächst nur Hardtops herstellte, bis 2014, als infolge der Insolvenz die Liquidation eingeleitet werden musste, blieb allerdings auch nicht viel Zeit, einen entsprechenden Mythos aufzubauen. Dieser Umstand ist allerdings kein Nachteil, im Gegenteil.

Bis zuletzt war die Warteliste gut gefüllt, besonders bei der Prominenz war die Marke beliebt. Vor allem der Roadster MF5, der 2007 vorgestellt wurde, war und ist auch heute noch ein begehrter Sportler. Das hat natürlich seinen Grund.

Englisches Design, deutsche Technik

Für Puristen mag die Mischung im MF5 eigentümlich sein. Ein Roadster im Design englischer Sportler verbunden mit deutscher Technik? Unvorstellbar. Und dennoch die ideale Kombination. Der Wagen wird in liebevoller Handarbeit gefertigt, was man im Innenraum, der sich durch klassische und schlichte Eleganz auszeichnet, allerdings auch sehen kann.

Etwa an den Türverkleidungen, die mit Kreuzschrauben an der Tür befestigt wurden. Alles in allem ist die Verarbeitung hochwertig, im Innenraum dominiert ausgesuchtes Leder, das beim Kauf je nach Geschmack des Käufers individuell farblich kombiniert wurde.

Stolze 555 PS zeichnen dieses Gefährt aus

Wer den Wiesmann MF5 sieht, wird aufgrund der eleganten Rundungen der Karosserie unwillkürlich an die klassischen englischen Sportwagen wie etwa den Austin Healey erinnert. Ein wichtiger Unterschied ist dennoch zu erkennen. Die Karosserie wurde aus Glasfaser gefertigt.

Der Nachteil ist, dass mit diesem Werkstoff die Spaltmaße nicht so genau verarbeitet werden können. Der Vorteil, den dieser Werkstoff mit sich bringt, gleicht die etwas ungenauen Spaltmaße allerdings locker wieder auf. Denn Glasfaser ist sehr viel leichter als Metall, so dass der Wiesmann MF5 mit seinen 1.400 Kilogramm ein echtes Leichtgewicht ist.

Aufgrund dieses Gewichts sollte man sich vor dem Einsteigen auch genau überlegen, ob die eigenen Fahrkünste ausreichen, den Boliden unter Kontrolle zu halten.

Denn das Herzstück des Luxussportlers ist ein V8 mit einem Hubraum von 4,4 Litern, der zusätzlich noch von zwei Turboladern befeuert wird und der 555 PS leistet. Ein leichter Tritt auf das sensible Gaspedal reicht aus, um den Wagen nach sehr kurzweiligen 3,9 Sekunden auf 100 km/h zu bringen.

Eben flink wie ein Gecko, das Markenzeichen von Wiesmann. Der Sprint ist allerdings nur für Fahrer geeignet, die gute Nerven haben, denn die Lenkung ist sehr nervös und gewöhnungsbedürftig.

Wer heute einen Wiesmann MF5 sucht, muss sich schon etwas umschauen, denn der Wagen war nie ein Massenmodell, sondern eher etwas für den erlesenen Geschmack. Und für gefüllte Geldbörsen, denn neu war der Wiesmann MF5 ab 193.500 Euro erhältlich. Und ein Blick in die Gebrauchtwagenbörsen, so sie denn einen MF5 enthalten, zeigt, dass der Sportler sehr wertbeständig ist. Es ist vielmehr davon auszugehen, dass er als Sammlerstück an Wert zunehmen wird. 

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Mercedes Benz F125 - Zwischen Zukunft und bewährte...
Tolle Stimmung beim IDEE - 148 Deutschen Derby
 

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Montag, 23. Oktober 2017


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