Chevrolet EL CAMINO classic car Oldtimer PICK UP

Der Chevrolet El Camino war ein von 1958 bis 1960 und wieder von 1964 bis 1987 gebauter Pickup-ähnlicher PKW mit offener Ladefläche des amerikanischen Automobilherstellers Chevrolet.

Seit den frühen 1970er Jahren wurde ein baugleiches Schwestermodell von der General-Motors-Marke GMC unter der Bezeichnung Sprint, später als Caballero verkauft.Die Idee, ein leichtes Nutzfahrzeug von einem Personenwagen abzuleiten, ist fast so alt wie das Automobil selbst. Seit den 1920er Jahren hatte auch Chevrolet ein entsprechendes Pick-Up-PKW-Kombinations-Modell im Angebot. Ab etwa Mitte der 1930er Jahre ging der Trend hin zu Fahrzeugen, die vom LKW abgeleitet waren. Dies führte zu Chevrolets erfolgreicher Baureihe 3100. Eine Pionierleistung - und ein indirekter Vorgänger des El Camino - war der Chevrolet Cameo, ein luxuriöseres Truck-Modell innerhalb der Serie 3100. Dessen Innovationen lagen in einer Verglasung der C-Säule, vor allem aber in einem Pickup-Bett, das nicht mehr einfach auf das Chassis gesetzt wirkte, sondern erstmals in die Gesamtlinie der Karosserie einbezogen war.

Die Neuauflage eines Pickup-ähnlichen Fahrzeuges auf PKW-Basis wurde bei Chevrolet bereits 1952 diskutiert. Zum Handeln veranlasst sah sich Chevrolet aber erst, als Erzrivale Ford 1957 überraschend mit dem Ford Ranchero ein solches Fahrzeug vorstellte.

Dass es lange dauerte, bis GM mit einem eigenen Modell darauf reagieren konnte, lag an internen Problemen; ausgelöst durch das Erscheinen von revolutionären neuen Modellen von Chrysler im Jahre 1957. Deren neuartiges Design mit gestreckten, schlanken Linien, ausladenden Heckflossen und dem weitgehenden Verzicht auf Chrom-Exzesse ließ die für 1958 geplanten, mit Chromzier völlig überladenen GM-Produkte bereits behäbig und altbacken aussehen, ehe sie auf den Markt kamen. In der Folge musste der langjährige GM-Design-Chef Harley Earl diesen Posten verlassen. Unter seinem Nachfolger Bill Mitchell musste GM außerplanmäßig eine völlig neue, konkurrenzfähige Modellgeneration auf die Räder stellen. Diese sehr kostspielige und aufwendige Maßnahme ließ für die Einführung neuer Nischenmodelle wenig Spielraum, und so erschien General Motors' erster Nachkriegs "PKW-Pickup" erst mit den neuen Modellen für 1959. Bis 1971 ausschließlich als Chevrolet lieferbar (später kam eine nahezu baugleiche Version von GMC dazu) erhielt das neue Modell den Namen "El Camino". Diese Bezeichnung hatte GM zuvor erst einmal verwendet: für das Konzeptauto Cadillac El Camino von 1954.

Konzeptionell entsprach er dem Ford Ranchero: Beide basierten auf einem zweitürigen Kombiwagen (im Fall des El Camino war dies das Modell Brookwood resp. dessen Version mit verblechten hinteren Seiten) mit dem nur leicht angepassten Fahrgestell und einer Karosserie, die von der Front bis zur B-Säule identisch mit den anderen Chevrolet-Modellen war. Ein stark gekürztes Dach endete auf Höhe der B-Säulen und bedeckte damit nur das Passagierabteil mit seiner dreisitzigen Bank. Den Abschluss der Fahrgastzelle bildeten ein neues Heckfenster und eine Querwand, die auch zur Versteifung der Karosserie und zum Schutz des Fahrer vor losem Transportgut diente. Dahinter folgte die offene Pickup-Wanne. Sie war so eingefügt, dass die Flanke optisch anderen Personenwagenmodellen entsprach. Weil Station Wagon damals ohnehin eine horizontal geteilte Heckklappe hatten, konnte deren unterer Teil samt Scharnieren mit wenigen Anpassungen von den Kombi-Modellen übernommen werden. Sowohl El Camino wie Ranchero wiesen - wenn auch über die Jahre auf unterschiedlichen Plattformen - einen solchen Aufbau auf.

Der El Camino nahm in der Chevrolet-Palette insofern eine Sonderstellung ein, als er unüblicherweise in sämtlichen Ausstattungsvarianten inklusive einer dem Topmodell Impala ebenbürtigen erhältlich war.

Ironischerweise behielt Ford den Ranchero nur noch in diesem Jahr in der großen Klasse; bereits den Nachfolger für 1960 wurde auf dem neuen kompakten Falcon lanciert.

1959 verkaufte Chevrolet 22.246 El Caminos; 1960 machte der El Camino die umfangreichen Karosserieänderungen des Impala mit, gleichwohl gingen die Verkaufszahlen auf 14.163 Stück zurück (auch eine Folge des nun wesentlich preiswerteren Ranchero), worauf Chevrolet beschloss, die Produktion einzustellen.


Ford hatte das Erscheinen seines neuen kompakten Falcon zum Anlass genommen, die 2. Generation des Ranchero auf dieser Plattform anzubieten. Der Wechsel war sehr erfolgreich. Dies veranlasste Chevrolet dazu, auch dem El Camino eine neue Chance zu geben. Als Basis diente aber nicht der eigene Kompaktwagen Chevy II sondern das 1964 eingeführte Mittelklassemodell Chevelle. Bis zur B-Säule war der El Camino identisch mit dem 4-/ 5-türigen Chevelle. Da Chevrolet den neuen El Camino eher als "Arbeitstier" sah, waren die stärksten (und unwirtschaftlichsten) Chevelle-Motoren nicht im Pick-Up lieferbar -- vorerst.

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