Der teuerste Kaviar der Welt: Almas
Der teuerste Kaviar der Welt heißt Almas – persisch für „Diamant". Er stammt vom Albino-Beluga-Stör aus dem Kaspischen Meer und kostet je nach Jahrgang 30.000 bis 33.000 Euro pro Kilogramm. In der 24-karätigen Golddose, wie sie Caviar House & Prunier am Piccadilly in London anbietet, sind es bis zu 40.000 Euro.
Die Farbe ist das Erkennungsmerkmal: Almas ist nicht schwarz, sondern cremeweiß bis hellgold. Je heller die Perlen, desto älter in der Regel der Fisch – und desto höher der Preis.
Warum ein Kilo so viel kostet
Der Preis erklärt sich nicht über Marketing, sondern über Biologie und Zeit. Die Tiere, aus denen Almas gewonnen wird, sind 60 bis 80 Jahre alt. Ein Beluga-Stör wird überhaupt erst nach etwa zwei Jahrzehnten geschlechtsreif – wer heute einen Fisch einsetzt, erntet frühestens in den 2040er-Jahren.
Dazu kommt die Seltenheit der Albino-Variante: Sie ist eine Laune der Natur und lässt sich nicht züchten. Man findet sie oder man findet sie nicht.
Gut zu wissen
Ein hoher Preis allein sagt nichts über den Geschmack. Almas gilt als besonders mild und nussig – wer kräftigen, jodigen Kaviar mag, ist mit einem guten Ossietra für ein Zwanzigstel des Preises oft zufriedener.
Aus welchem Fisch kommt Kaviar?
Echter Kaviar kommt ausschließlich vom Stör – der Fischfamilie Acipenseridae. Alles andere darf sich in der EU nicht Kaviar nennen, sondern nur „Kaviarersatz": Rogen von Lachs, Forelle, Seehase oder Kapelan.
Drei Störarten liefern den klassischen Handelskaviar:
- Beluga (Huso huso) – die größten Perlen, hellgrau bis anthrazit, mildester Geschmack.
- Ossietra (Acipenser gueldenstaedtii) – mittlere Körnung, nussig, der Standard guter Küchen.
- Sevruga (Acipenser stellatus) – kleinste Perlen, kräftigstes, salzigeres Aroma.
Almas ist keine eigene Art, sondern Beluga-Kaviar von einem Albino-Tier.
Was die gängigen Sorten kosten
Zur Einordnung die üblichen Größenordnungen im Fachhandel, je Kilogramm und aus Aquakultur:
| Sorte | Störart | Preis je kg |
|---|---|---|
| Almas (Albino-Beluga) | Huso huso | 30.000–40.000 € |
| Beluga | Huso huso | 4.000–8.000 € |
| Ossietra | A. gueldenstaedtii | 1.500–3.500 € |
| Sevruga | A. stellatus | 1.200–2.500 € |
| Baerii (Sibirischer Stör) | A. baerii | 700–1.500 € |
Die Spannen sind ehrlich gemeint: Kaviarpreise schwanken mit Jahrgang, Korngröße und Reifung stärker als bei fast jedem anderen Lebensmittel. Wer eine exakte Zahl liest, liest eine Momentaufnahme.
Warum Wildfang praktisch verboten ist
Sämtliche Störarten stehen seit 1998 unter dem Schutz des Washingtoner Artenschutzübereinkommens (CITES). Der Beluga-Stör ist dort gelistet, sein Bestand im Kaspischen Meer gilt als dramatisch eingebrochen.
Die EU hat den Handel mit Wildfang-Kaviar 2006 untersagt. Was heute legal verkauft wird, stammt fast vollständig aus Aquakultur. Und jede Dose muss seit dem Jahr 2000 ein CITES-Etikett tragen, das Art, Herkunftsland, Erntejahr und Betrieb ausweist.
Woran Sie legale Ware erkennen
Kein CITES-Code auf der Dose heißt: Finger weg. Der Code ist keine Zierde, sondern die einzige Möglichkeit, Herkunft und Art nachzuvollziehen – und ohne ihn ist die Einfuhr strafbar.
Quellen
- CITES – Übereinkommen über den internationalen Handel mit gefährdeten Arten, Störlistung seit 1998
- TRAFFIC – Universelle Kennzeichnungspflicht für Kaviar (CITES-Etikett)
- Caviar House & Prunier – Almas Beluga, Preis und Golddose
- Europäische Kommission – Handelsbezeichnungen für Huso huso
Preise sind Marktspannen aus dem Fachhandel, Stand Juli 2026, und keine Angebote. Weiterführend: unser Kaviar-Guide zu Sorten und Qualitätsmerkmalen.
Häufige Fragen
Was ist der teuerste Kaviar der Welt?
Almas-Kaviar vom Albino-Beluga-Stör aus dem Kaspischen Meer. Der Kilopreis liegt bei 30.000 bis 33.000 Euro, in der 24-karätigen Golddose bei bis zu 40.000 Euro. Weltweit kommen pro Jahr nur etwa acht bis zwölf Kilogramm in den Handel.
Aus welchem Fisch kommt Kaviar?
Echter Kaviar stammt ausschließlich vom Stör (Familie Acipenseridae). Die drei klassischen Handelssorten sind Beluga (Huso huso), Ossietra (Acipenser gueldenstaedtii) und Sevruga (Acipenser stellatus). Rogen von Lachs oder Forelle darf in der EU nicht Kaviar heißen.
Warum ist Almas-Kaviar so teuer?
Die Fische sind 60 bis 80 Jahre alt, und ein Beluga-Stör wird erst nach rund 20 Jahren geschlechtsreif. Die Albino-Färbung lässt sich zudem nicht züchten. Alter, Seltenheit und die winzige Jahresmenge treiben den Preis, nicht der Geschmack.
Ist Beluga-Kaviar in Deutschland legal?
Ja, sofern er aus Aquakultur stammt und die Dose ein CITES-Etikett trägt. Der Handel mit Wildfang-Kaviar ist in der EU seit 2006 untersagt; alle Störarten stehen seit 1998 unter CITES-Schutz.
Welcher Kaviar lohnt sich für den Einstieg?
Ossietra aus Aquakultur bei 1.500 bis 3.500 Euro je Kilo gilt als bester Kompromiss aus Aroma und Preis. Für einen ersten Eindruck genügen 30 Gramm – das sind rund 50 bis 100 Euro.
