Tiefschwarzes Luxus-Coupé in dramatischer Studiobeleuchtung, seitlich-frontale Ansicht

Auto — Legenden

Maybach Exelero – der legendäre Millionen-Einzelbau

Auto7 Min.Aktualisiert Juli 2026

Ein Reifen als Auftraggeber

Manche Autolegenden entstehen aus einem Rennstall, andere aus dem Ehrgeiz eines Konzerns. Der Maybach Exelero verdankt seine Existenz einer denkbar nüchternen Motivation: einem Reifen. Die deutsche Marke Fulda, eine Tochter des Reifenkonzerns Goodyear, wollte Mitte der 2000er-Jahre ihre neue Hochleistungsreihe „Carat Exelero" ins Rampenlicht rücken. Um zu zeigen, dass diese großformatigen Pneus selbst extremen Belastungen standhalten, brauchte es keinen Prospekt, sondern ein Statement auf Rädern.

So entstand die Idee, gemeinsam mit DaimlerChrysler und dem italienischen Karosseriespezialisten Stola ein einziges, kompromissloses Fahrzeug zu bauen – einen fahrenden Prüfstand im Maßanzug. Präsentiert wurde das Ergebnis 2005 im Berliner Tempodrom, und was dort stand, hatte mit einem gewöhnlichen Werbeträger wenig gemein. Der Exelero war von Anfang an als Unikat gedacht: gebaut, um zu beeindrucken, nicht um verkauft zu werden.

Als Basis diente die Technik des Serienmodells Maybach 57 – jener repräsentativen Limousine, mit der die Marke Anfang der 2000er-Jahre ihr Comeback feierte. Aus einer über fünf Meter langen Luxuslimousine wurde so ein zweitüriges Coupé von geradezu wagnerianischen Ausmaßen: fast sechs Meter lang, breit, schwer und dennoch auf Höchstgeschwindigkeit ausgelegt.

Zwölfzylinder und Rekordfahrt

Unter der endlosen Motorhaube arbeitet ein Zwölfzylinder mit zwei Turboladern. Für den Exelero vergrößerten die Ingenieure den Hubraum gegenüber dem Serientriebwerk und hoben die Leistung auf rund 700 PS an. Bei einem Leergewicht deutlich jenseits von zwei Tonnen ist das eine Ansage – zumal der Wagen keine Rennmaschine, sondern ein vollwertig ausgestattetes Luxusautomobil sein sollte, mit Ledersalon, Instrumenten und dem Komfort, den der Name Maybach verspricht.

Der eigentliche Höhepunkt war jedoch keine Messehallen-Show, sondern eine Fahrt auf dem Hochgeschwindigkeitsrund im süditalienischen Nardò. Dort trat der Rennfahrer Klaus Ludwig an, um zu belegen, dass Reifen und Wagen zusammen extreme Tempi verkraften. Das Resultat: eine gemessene Höchstgeschwindigkeit von rund 351 km/h – ein Wert, der den Exelero in die enge Spitzengruppe der schnellsten Straßenwagen seiner Zeit katapultierte und für ein serienreifenbestücktes Fahrzeug dieser Masse als bemerkenswert galt.

Ein fünf Meter langer Luxusliner, der jenseits von 350 km/h fährt – der Exelero verweigert sich jeder Vernunft und wird gerade dadurch unsterblich.

Diese Kombination aus Größe, Gewicht und Geschwindigkeit macht bis heute einen Teil der Faszination aus. Andere Hersteller bauen Leichtbau-Boliden, um schnell zu sein; der Exelero erreichte sein Tempo trotz eines Auftritts, der eher an einen Salonwagen der 1930er-Jahre erinnert als an einen Supersportwagen.

Design zwischen 1938 und Zukunft

Gestalterisch schlägt der Exelero eine Brücke in die Vergangenheit. Als Inspiration diente der Maybach SW 38 aus den späten 1930er-Jahren – ein Stromlinien-Sportwagen, den Maybach einst selbst als Versuchsträger für Reifentests aufbaute. Diese historische Parallele war kein Zufall, sondern ein bewusstes Zitat: Auch der SW 38 war seinerzeit im Dienst der Reifenerprobung unterwegs.

Das Ergebnis ist eine Silhouette von enormer Länge, mit weit nach hinten gezogenem Dach, muskulösen Kotflügeln und einer durchgehend tiefschwarzen Erscheinung, die dem Wagen etwas Bedrohliches verleiht. Der Innenraum kombinierte dunkles Leder mit rot abgesetzten Akzenten, poliertem Aluminium und Neopren – eine Materialsprache irgendwo zwischen Herrenclub und Rennsport. Nichts daran ist zurückhaltend, und genau das war die Absicht.

Trotz der theatralischen Proportionen wirkt der Exelero nicht wie eine reine Studie ohne Funktion. Die Karosserie war fahrbar, alltagstauglich im Sinne eines Einzelstücks und robust genug für Rekordfahrten – ein Anspruch, den viele Concept Cars nie einlösen.

Gut zu wissen

Der Name „Exelero" bezeichnet sowohl das Auto als auch die Reifenreihe, für die es gebaut wurde. Der Wagen war also nie ein Serienprodukt, sondern ein einmaliges Aushängeschild – ein sogenanntes One-off, von dem weltweit nur ein einziges Exemplar existiert.

Vom Testträger zur Legende

Was als Marketinginstrument begann, entwickelte über die Jahre ein Eigenleben. Der Exelero tauchte in Musikvideos auf, wechselte für Summen in Millionenhöhe den Besitzer und wurde zum Sinnbild für automobilen Exzess. Gerade weil es ihn nur einmal gibt, entzieht er sich jeder Vergleichbarkeit – kein Marktpreis, keine Auflage, kein zweites Exemplar zum Nachkaufen.

In der Rückschau markiert der Exelero einen besonderen Moment der Marke Maybach, die damals versuchte, sich als deutsche Antwort auf Rolls-Royce zu etablieren. Der Einzelbau zeigte, wozu die Ingenieurskunst hinter den nüchternen Limousinen fähig war, wenn man alle Vernunft beiseitelegte. Er blieb ein Ausrufezeichen, kein Geschäftsmodell.

Heute gilt der Maybach Exelero als eines der begehrtesten Sammlerobjekte der jüngeren Automobilgeschichte – ein Fahrzeug, das nicht durch Stückzahl, sondern durch seine Kompromisslosigkeit besticht. Er verbindet die Nostalgie der Vorkriegs-Stromlinie mit der brachialen Kraft moderner Turbotechnik und beweist, dass die faszinierendsten Autos manchmal nicht aus Kalkül, sondern aus purer Übertreibung entstehen.

Häufige Fragen

Wie viele Maybach Exelero wurden gebaut?

Es existiert weltweit nur ein einziges Exemplar. Der Exelero wurde als sogenanntes One-off gebaut, also als Einzelstück, und ging nie in Serie. Auftraggeber war die Reifenmarke Fulda, die damit ihre neue Hochleistungsreihe präsentieren wollte.

Wie schnell fährt der Maybach Exelero?

Bei einer Rekordfahrt auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke im italienischen Nardò erreichte der Wagen unter dem Rennfahrer Klaus Ludwig rund 351 km/h. Angetrieben wird er von einem Twin-Turbo-Zwölfzylinder mit etwa 700 PS. Das ist besonders bemerkenswert für ein Fahrzeug dieser Größe und dieses Gewichts.

Worauf basiert der Maybach Exelero?

Technisch nutzt der Exelero die Basis der Serienlimousine Maybach 57. Daraus entstand ein zweitüriges Coupé von fast sechs Metern Länge. Das Design zitiert bewusst den Maybach SW 38 aus den späten 1930er-Jahren, der seinerzeit ebenfalls für Reifentests diente.

Dieser Artikel wurde mit Hilfe von KI erstellt.