Programmkinos in Düsseldorf

Seit Jahren dringen Unkenrufe durch das Land, die ein Kinosterben zu beschwören scheinen. Schaut man sich allerdings die Düsseldorfer Kinolandschaft etwas genauer an, ist in der Landeshauptstadt offenbar das Gegenteil der Fall. Neben den Megakinos wie dem UFA-Palast am Hauptbahnhof, der UCI-Kinowelt im Medienhafen oder dem CineStar in Lörick, sind es gerade auch die kleineren Locations, die mit überragendem Flair und abwechslungsreichem Programm überzeugen. 


Informationen über die Kinos in Düsseldorf

Regelmäßig sorgen einige von ihnen mit ausländischen Beiträgen für Furore und locken sogar Cineasten aus dem Düsseldorfer Umkreis in jene Welt, „in der die Bilder laufen lernten". Lesen Sie also gleich weiter, wenn Sie auf der Suche nach solch ganz besonderen Kinoperlen sind.

Souterrain im Café Muggel

Das Café Muggel in Oberkassel kennt vermutlich jeder, der Wert auf gutes Essen und coole Drinks legt. Doch wie ist es mit diesem kleinen, aber feinen Programmkino, das sich buchstäblich im Souterrain befindet? Das fast schon historische Etablissement besteht bereits seit 1977 und seit 1992 in seiner jetzigen Form.


Es wurde von Helmuth Kettler gegründet und gilt als das kleinste Programmkino von Düsseldorf, das überdies sowohl Komfort als auch Service bietet. Wer vermutet schon, dass sich die Bar direkt im Oberkasseler „Kellerkneipenfilmkunstkino" befindet? Hier gibt es Schokoriegel und Studentenfutter und auch die Getränke kann man bequem mit an seinen Platz nehmen. Denn dort warten kleine Tische als Ablage. Wer stattdessen sein Bier an der Theke trinken möchte, kann auch dies tun, denn von überall aus hat man einen tollen Blick auf den Film.


Cinema

Ebenfalls bekannt als Premieren- und Erstaufführungskino ist das Cinema in der Schneider-Wibbel-Gasse und mitten im Altstadttrubel. Nach dem Krieg eröffnete man es als „Bali-Kino", in dem rund um die Uhr ein täglich wechselndes Programm über die Leinwand flimmerte.


Heute blickt das Altstadt-Kino auf eine Reihe von Auszeichnungen für sein herausragendes Programm zurück, etwa durch die Filmstiftung NRW und die Bundesregierung für Kultur und Medien. Das Kino-Café ist übrigens ein beliebter Treffpunkt, wo man im Anschluss an große und kleine Filmpremieren ausgiebig feiern kann. 


Metropol

Das älteste Kino in Düsseldorf ist das Metropol Theater. Es lädt auf der Brunnenstraße in Bilk Cineasten zum Genuss filmischer Leckerbissen. Der ursprüngliche Saal, in dem im Jahr 1940 die Premiere stattfand, wurde durch die Kriegswirren zerstört und im Jahr 1949 mit dem Film „Mutterherz", in dem Olivia DeHavilland mitspielte, wiedereröffnet.


Das Kino etablierte sich im Laufe der Zeit als jene Location, in der Heimatfilme gespielt und dem „Förster vom Silbersee" nachgeseufzt wurde. 


Nach dem Abriss des Hauses im Jahr 1965 und dem Neubau stellte sich das Metropol als Repertoire-Kino seinem Publikum vor. Erstaufführungen wurden hier ebenso gezeigt wie „Doktor Schiwago" oder „Vom Winde verweht".


In Folge entdeckte die jüngere Generation das Metropol und ließ sich auf Star-Wars-Nächte ebenso ein wie auf Monty Python-Sessions oder die ganz großen Filmepen, zu denen „Lawrence von Arabien" und „Ben Hur" zählten. Heute ist das Metropol eines jener Kinos, das seine Zuschauer immer noch mit anspruchsvollen, interessanten und vielseitigen Programmen zu überzeugen weiß.


Savoy und das Atelier im Savoy

Auf der Graf-Adolf-Straße in der Innenstadt laden das Savoy und das Atelier im Savoy zu spannenden und interessanten Filmvorführungen. Und dabei hätte alles anders kommen können. Im Jahr 1958 feierte man mit der Eröffnung des Savoy Theaters eines der modernsten Theater der Stadt. Zu diesem Zeitpunkt war das Kino bereits mit einer gebogenen Leinwand ausgestattet und verfügte über eine moderne Tontechnik. So etablierte es sich schnell zum cineastischen Hotspot, den man gerne und regelmäßig besuchte. 


Kurze Zeit später eröffnete Willi Goldermann mit dem Atelier im Savoy einen zweiten Kinosaal, das als erstes Filmkunstkino in Düsseldorf für Aufsehen sorgte. Es war so angesagt, dass sogar Alfred Hitchcock, Jean-Pierre Leaud und Francois Truffaut zu den Premieren ihrer Filme ins Atelier kamen. Willi Goldermann entschied, weitere Kinosäle hinzuzufügen. Allerdings musste das Kino im Jahr 1999 seine Tore schließen, da ihm langsam aber sicher die Multiplex-Kinos den Rang abliefen. Doch schnell nahte die Rettung, denn Dr. Jürging, Konzertveranstalter von Düsseldorf, übernahm das Savoy und stattete es als Kleinkunstbühne aus. 2006 feierte man mit dem „Parfüm" die Eröffnung des Ateliers, das heute zu einem der anspruchsvollsten Filmtheater der Stadt zählt.